Mittwoch, 18. September 2002
Um 20.30 Uhr haben wir uns im Bahnhof Bern
getroffen. Wir kauften noch eine kleine Stärkung (COOP Pronto sei
Dank) und gingen zurück aufs Perron. Wir assen unser Nachtessen und
bald kam die Lautsprechermeldung, dass der Nachtzug Richtung Barcelona
auf Gleis 3 (statt 4) einfahren würde. Hmm, wo ist nun unser Schlafabteil;
das grosse Rätselraten ging los. Wie liest man so ein Bahnticket richtig?
Doch es war schliesslich kein Problem. Wir als erfahrene Zugbenützerinnen
fanden schnell unseren Wageneingang. Ein bisschen Hilfe vom Zugpersonal
benötigten wir doch noch. So ein Zug ist sehr eng konzipiert und hat
nicht mal in jedem Wagen eine Einstiegsmöglichkeit. So mussten wir
noch durch fast 2 Wagons laufen bis zu unserem reservierten Abteil. Es
ist erstaunlich, was da auf so engem Raum Platz finden muss: Garderobe,
Waschbecken mit Spiegelschäftchen, ja sogar eine Treppe zum oberen
Bett kann man herausklappen. Für all jene, die Kamm und/oder Zahnbürste
vergessen haben, war auch das vorhanden – mit Waschlappe und Seife. Gegen
den Durst durften wir uns mit Mineralwasser verpflegen. Kurz nach der Abfahrt
wurden die Betten von unserem Zugbegleiter installiert und der Abteilschlüssel
zusammen mit einem Frühstücksbon übergeben.
Donnerstag, 19. September 2002
Am nächsten Morgen um 07.00 Uhr rasselte
unser Wecker....Zeit für das Frühstück. Unser Zug hielt
gerade in Portbou (auf spanischem Boden) an der Grenze zwischen Frankreich
und Spanien.
So ein Zmorge bei Sonnenaufgang und Blick in südländische Landschaft ist schon etwas besonderes. Mit Toast, spanischen Gipfelis und Butter und Konfitüre und einem Glas Orangensaft gestärkt, versuchten wir unser Glück auch beim Schlürfen eines Kaffees, was in einem fahrenden Zug gar nicht so einfach ist :-).
Gut verpflegt konnten wir die Ankunft kaum
mehr erwarten, doch der Tango (Name unseres Zuges) machte es uns nicht
leicht, wir kamen mit etwa 45 Minuten Verspätung erst um 09.45 Uhr
(vorgesehene Zeit: 09.01 Uhr) in Barcelona Sants an. Und schon hatten wir
ein neues Problem. Dieser Bahnhof ist nicht mit demjenigen in Bern zu vergleichen.
Viel grösser und .... welcher Ausgang ist nun wohl der richtige für
uns? Gemäss unserem Plan müssen wir durch einen Park und anschliessend
der Josep Tarradellas Strasse entlang und an deren Ende rechts in die Av.
Diagonal. So ziehen wir dann los, sehen den Wegweiser für den Park.
Wo ist aber der Name der Strasse? Keine Strassentafel sichtbar. Ein älterer
freundlicher Katalane bot uns seine Hilfe an. Mit Händen und Füssen,
französisch und englisch erklärten wir ihm unser Problem. Er
zeigte uns den richtigen Weg, der - wie sollte es auch anders sein
- aber in die entgegengesetzte Richtung ging...tja Plänli richtig
verstehen?!?!?! So machten wir uns auf den Weg über Stock und Pflasterstein.
45 Minuten dauerte unser Ausdauertraining, bis wir endlich völlig
erschöpft vor unserem Hotel standen. Wir waren sehr froh, dass wir
unser Zimmer bereits am Morgen beziehen durften. Der Hotelboy begleitete
uns zum Zimmer und trug unsere Koffer.... ein wahrer Gentleman! Unsere
Bleibe befand sich im zweitobersten Stock (total 7 Etagen).
Wir hatten eine prächtige Aussicht auf....... die nächste Häuserfront! Der Lift machte uns aber ein wenig Sorgen. Das Teil funktionierte mit einer Schutztüre und diese schloss nicht richtig. Das Zimmer war gut eingerichtet. Sogar ein Safe war da. Doch welcher Schlüssel passt wohl dazu? Auf jeden Fall keinen den wir hatten?
Nachdem wir uns ein wenig eingerichtet hatten
und in sommerlichere Kleider geschlüpft waren, gingen wir zu Fuss
Richtung Ramblas (Fussgängerzone).
Das Thermometer zeigte 29°C. an. Wir
marschierten die ganze Strecke bis zum Hafen hinunter, schauten uns in
den Souvenirläden um, kauften Postkarten und Briefmarken und hatten
unsere Freude an den Strassenmimen.
Die Ramblas haben wirklich einen besonderen
Charme und deshalb ziehen sie auch viele Leute an. Unterwegs legten wir
einen Mittagshalt im Mac ein (da weiss man wenigstens, was man hat!). Nachdem
wir den Hafen, die Ramblas sowie die Kolumbussäule
fotografiert hatten, zog es uns zum Maremagnum.
Der Weg dorthin erinnerte uns stark an unsere „EXPO 02“.
In der Halle mit Läden und Cafés
war es mega ruhig, keine Hektik und wenig Leute. Oben auf dem Dach befand
sich eine kleine Golfanlage mit Teichen. Sehr hübsch gemacht.
Nach unserer Inspektion der Einkaufshallen
setzten wir uns ans Ufer des Hafens und genossen die Sonne. Heidi schrieb
schon fleissig Karten, während Andrea liegend die Sonne genoss (faules
Ding). Mit einem Abstecher in das Einkaufszentrum „Champion“ für die
Nachtessensverpflegung, gings wieder zurück zum Hotel Wilson. Der
Rückweg kam uns allerdings länger vor als der Hinweg. Arme Füsse!
Oder lag es gar daran, dass das Quecksilber auf 32°C geklettert ist?
Freitag, 20. September 2002
Wir sind kaputt, fix und foxi!!! Aber zuerst
alles der Reihe nach.....
Um 07.30h riss uns der Wecker aus dem Tiefschlaf.
Also raus aus den Federn, denn wir wollten ja noch was sehen von Barça.
Duschen war hier kein Problem (siehe Irland-Bericht). Mit unserem langsamen
Lift fuhren wir in den 1. Stock zum Morgenessen. Die Schlacht am Frühstücksbuffet
konnte beginnen. Die Auswahl war gross: Müesli, Brot, Würstchen
& Ei, Früchte usw. Gestärkt verliessen wir unser momentanes
Zuhause und steuerten unser erstes Ziel, das Fussballstadion Nou Camp,
an. Auf dem Weg dorthin, warfen wir noch 55 (!) Postkarten in den Briefkasten.
Mit gemischten Gefühlen näherten wir uns dem Stadion. War es
uns möglich Tickets für unser Fussballderby zu erhalten, oder
nicht? Doch wir hatten absolut keine Probleme - abgesehen von der
Sprache - Tickets für den Match FC Barcelona – Espanyol Barcelona
zu ergattern. Anstehen mussten wir auch nicht lange dafür. Es
konnte uns nur recht sein, dass der Match auf Samstagabend vorverschoben
wurde. Alles wegen uns? Für den Preis von 40 Euro kauften wir uns
einen Platz im Sektor Nord (hinter dem Tor) in der 2. Estrade.
Zufrieden benachrichtigten wir die
Zuhausegebliebenen per SMS über unseren Erfolg. Nach dem Ticketerwerb
mussten wir ums ganze Stadion spazieren, um ins Museum zu gelangen.
Das Museum zeigt die Geschichte des FC Barça
und die vielen gewonnenen Pokale. Da wir das Stadion wegen dem Training
von 10.30 – 12.30 Uhr nicht anschauen konnten, begaben wir uns also zuerst
ins Museum. Zum Glück hatte es (noch) nicht viele Leute, so konnten
wir in aller Ruhe diese Raritäten bestaunen. Schon interessant, was
es da alles zu sehen gibt. Ja, und dann diese vielen Pokale.
Anschliessend vergnügten wir uns noch
im Barça-Fanshop. wo man wirklich ALLES kaufen kann!. Andrea konnte
es - wie immer (?) - nicht lassen und wollte den Spielern nachrennen
(alles für die Homepage). Da wir aber immer wieder vom Ordnungsdienst
zurückgepfiffen wurden, gaben wir unseren Versuch auf und suchten
die Porta 102 (die Eingangstüre für den Match von Samstagabend).
Auf dem grossen Platz bei einer Garagenausfahrt schlossen wir uns einer
Gruppe von Fans an, die mit Schreibzeug in der Hand warteten..... ein Wagen
mit verdunkelten Scheiben und französischem Kontrollschild kam: Christanval.
Andere Autos hupten nur und verschwanden in der Garage. Da wir keine weiteren
Spieler zu Gesicht bekamen, aber bei der Porta 19 die Fans nun ins Stadion
gelassen wurden, spurteten wir auch dorthin. Wir wollten uns unbedingt
die Spielerkabinen und den Weg der Spieler von den Kabinen in das grösste
Stadion Europas ansehen. Zuerst sahen wir die Kabine der Gäste
– auch die ausgestattet mit einem Bassin.
Unsere Führerin erklärte uns, dass
wir die Kabinen des FC Barça nicht besichtigen können, weil
die Spieler ihre persönlichen Effekten dort hätten (ist auch
so beim FC Basel). Sie bat uns um Ruhe, da das TV im Stadion sei und live
senden würde. Auf dem Weg zum Rasen begegneten wir einem Spieler.
Er sah brasilianisch aus, aber keine Ahnung, wer er war..... Endlich konnten
wir einen Blick ins grosse Rund werfen. Wow!
Zuerst setzten wir uns auf die Ersatzbank
(der Gäste).
Sogar auf dem Rasen war an mehreren Stellen
das FCB-Logo aufgemalt.
Die Torhüter waren noch am Stretchen.
Andrea schaffte es, mit Bonano (Goalie vom FC Barcelona) ein Erinnerungsfoto
zu machen.
Zurück in den Katakomben, sahen wir das Pressezentrum. Bei den Sponsoren-Lounges öffnete sich plötzlich eine Tür und Puyol und ein anderer Spieler kamen herraus. Wir verweilten kurze Zeit auf dem Sessel des Barça-Präsidenten und genossen „seine“ Aussicht. Die Führerin erklärte uns, dass das Nou Camp in Sachen Sicherheit 5 Sterne hat (5 Sterne = top, 1 Stern = flop). Ebenfalls 2 weitere Stadien in Spanien haben 5 Sterne (nicht das Bernabeu des grossen Rivalen Real Madrid!! Sondern das von Atlético Madrid). Insgesamt haben 13 Stadien in Europa diese Auszeichnung. Auch erfuhren wir, dass ein Schweizer den FC Barça gründete. Unsere Führung ging zu Ende und weil wir vorher schon im Museum waren, verliessen wir das Stadion (es warteten immer noch Fans auf die Spieler) in Richtung Sagrada Familia.
Mit der Metro hatten wir unser Ziel bald
erreicht. Aber, aber, sie sind immer
noch am Bauen. 4 Türme fehlen noch bis zur Vollkommenheit. Wann wird
das wohl sein? Wir unterstützten mit dem Kauf von Eintrittsbilletten
(4 Euro) die Weiterarbeit.
So eine Baustelle hat schon eine wahnsinnige
Anziehungskraft.
Wir kamen im Innern der Kirche kaum zum Staunen
raus. Die Konstruktionen sind gewaltig, kein Wunder dauert der 1882 begonnene
Bau bis heute an. Mit 1,5 Euro zusätzlicher Unterstützung bestiegen
wir den Lift, der uns 65 m hoch in die eine Turmspitze fuhr.
Cool, mega, super diese herrliche Aussicht.
Sportlich wie wir sind, kletterten wir auch noch die letzten schmalen Wendeltreppen
hoch, um den Blick über die ganze Stadt schweifen zu lassen.
Um die Entstehungsgeschichte der Sagrada besser verstehen zu können, besuchten wir anschliessend das dazu gehörende Museum.
Nach all diesen interessanten Informationen und den sportlichen Höchstleistungen vom vorangehenden Tag hatten wir nun doch langsam Hunger. Die U-Bahn brachte uns zu den Ramblas, wo wir gestern einen Laden entdeckt hatten. Irgendwie kam uns der anschliessende Fussmarsch viel länger vor als gestern. Den Laden gabs noch, wir hatten ihn doch noch gefunden! Mit gefüllten Einkaufstüten stürmten wir wieder zurück zu der U-Bahn, das war für unsere Füsse besser. Wir entdeckten einen Zug, der uns noch näher zu unserem Hotel brachte. Schon wieder etwas gelernt. Während der Fahrt stillten wir unseren Durst und zurück im Hotel erholten wir uns von den erlittenen Strapazen.
Nachtleben wir kommen!!! Details sind aus
Persönlichkeitsschutz nicht für die Öffentlichkeit geeignet:-).
Nur soviel sei hier verraten: Um ca. 20.00 Uhr marschierten wir los, schnurstracks
Richtung U-Bahn. Unser Ziel war der Arc de Triomf. Beim Umsteigen merkten
wir, dass wir noch lange keine Barcelonesen sind, denn wie schon oft vorher
hatten wir erneut den falschen Ausgang gewählt. Dasselbe passierte
uns gerade nochmals beim Arc de Triomf; hier kamen wir allerdings noch
in den Genuss eines Feuerwerks :-).
Nach unserem Fotohalt folgten wir mit der
Metro den Touristenbussen zum Palau national de Muntjuic. Dort schauten
wir einem Wasser-Licht-Festspiel zu.
Es war einfach traumhaft dieses Spektakel.
Diverse Rolltreppen führten uns zum Palast, wo wir einen herrlichen
Rundblick auf die Wasserspiele und Barcelona by night hatten.
Nach soviel Kultur pur verlagerten wir unseren
Standort ins Hafenviertel, um das Nachtleben hautnah zu erleben (Diskretion).
Irgend ein spezielles Fest wurde gefeiert, denn auch hier kamen wir wieder
in den Genuss eines Feuerwerks. Nach dem phänomenalen Schlussbouquet
spazierten wir dem Hafen entlang Richtung Barcaloneta und Luna-Park. Es
waren unheimlich viele Leute unterwegs. Wir verirrten uns wohl ein bisschen
und kehrten wieder um, nachdem uns das Quartier eher dubios vorkam. Wir
wollten auf die Ramblas, um etwas zu trinken (waren beinahe verdurstet).
Da überall gefeiert wurde und es dementsprechend viel Volk auf den
Strassen hatte, mussten wir lange warten, bis wir endlich etwas zu Trinken
bekamen. Danach auf direktem Weg zurück ins Hotel. Wir waren ein klein
wenig total k.o.
Samstag, 21. September 2002
Nach einer etwas zu kurz geratenen Nachtruhe,
durften wir heute Morgen wieder das köstliche Buffet geniessen. An
diesem Vormittag wollten wir die Olympischen Stadien von 1992 besuchen.
Auf dem Weg zur Metro beim Spital wurde Andrea von einem Spanier angebaggert
- ohne Erfolg allerdings - wahrscheinlich hat ihm unser Schweizerdeutsch
den Garaus gemacht. Mit der Metro fuhren wir bis zur Haltestelle „Parallel“,
stiegen dort auf die Zahnradbahn (Funicolaire) um. Diese brachte uns direkt
auf den Montjuic. Zu Fuss erreichten wir das Estadi Olimpico (60`000 Zuschauer).
Auch dieses Stadion wurde von der UEFA mit den 5 Sternen ausgezeichnet.
Ein Teil des Stadions ist für die Öffentlichkeit zugänglich
(gratis).
Da Espanyol nirgends in unseres Sichtweite
trainierte, setzten wir unseren Erkundungsspaziergang fort. Unterhalb des
Stadions befindet sich ein riesiger Platz mit Sicht auf die Stadt. Ein
guter Ort für den nächsten Fotohalt.
Wir hatten Glück, denn als wir den Platz verliessen, kamen die Touristencars in Mengen an. Wir entdeckten, respektive hörten am Himmel die spanische „patrouille suisse“, die wohl eine Flugschau einübte. Die Farben ROT-BLAU waren allgegenwärtig. Selbst die Jets versprühten rote resp. blaue Wolkengebilde!
Da wir heute wieder einmal mega sportlich
waren, marschierten wir also strammen Schrittes zurück zum Funicolaire.
Wir planten mit der Gondel Richtung Hafen zu schweben. Mit Schrecken stellten
wir fest, dass diese Seilbahn aber nicht zum Hafen führte, sondern
eine andere weiter entfernte. Keine Müdigkeit vortäuschend begaben
wir uns nach letztem wunderschönem Blick auf die Stadt und der Bekanntschaft
eines süssen jungen schwarzen Kätzchens zur richtigen Bergstation
(wie war das mit den falschen Metro-Ausgängen?)
Unsere geschundenen Füsse schätzten
die Talfahrt trotz der relativ alt aussehenden Gondel. Selbst die Anwesenheit
der vielen Deutschen trübte die schöne Aussicht nicht (Verhältnis
CH:Deutschland = 1:11)! Unser nächster Ruheplatz war der Strand von
Barceloneta. Diese Art Ausspannen erhöht das Ferienfeeling enorm.
Da wir heute besonders abenteuerlustig waren,
wagten wir eine andere Art der Fortbewegung nämlich den Bus. Bus fahren
ist wirklich ganz speziell. Da wir weder Ankunfts- noch Abfahrtszeiten
wussten (keine genauen Informationen bei den Haltestellen) stiegen wir
in einen der Busse ein, die so ca. alle 15 Minuten fahren. Mit der Zeit
merkten wir, dass es nur Halt auf Verlangen gibt. Wo mussten wir aussteigen?
Konzentriert liessen wir uns durch die Gegend schaukeln. Sehenswürdigkeiten
gabs genug, aber wo war unsere Av. Diagonal? Endlich sahen wir die Strasse,
spurteten zur Türe, drückten den Aussteigeknopf und draussen
waren wir. Da wir so erfolgreich das oben illustrierte Problem mit unser
stoischen Ruhe bewältigt hatten, schnappten wir uns noch einmal einen
Bus. Auf dem Weg zum Einkaufszentrum stachen uns schon wieder (!) Schilder
von Versicherungen (bis dahin gesichtet: Zürich, Winterthur, Generali,
Allianz, AXA) ins Auge (eben doch einen Konkurrenzaufspürungsauftrag?).
Auch das Einkaufszentrum befindet sich in einem Komplex der Winterthur.
Das Gebäude ist enorm gross und vielfältig, ohne Situationsplan
fanden wir uns gar nicht zurecht.
Unsere Ausbeute: 3 Esswaren für das Abendbrot und 2 nach Parfum duftende junge Damen (Duftstoffe ausprobieren macht Spass!). Stolz auf unsere Bus-Fahrkünste war klar wie wir nach Hause kamen. Andrea gefiel zwar das Tram, das auch noch dort stand, doch die Fahrbahn (Gleise etc.) in Richtung Hotel war noch eine Baustelle. Im angenehmen Duft zarter Parfum-Kompositionen verzehrten wir unser Nachtessen. Leider hatten wir keine Ersatz-Füsse dabei!!!
Gegen 18.00 Uhr standen wir schon wieder
an der Bushaltestelle. Mit unserem liebgewonnenem Bus liessen wir zur Casa
Milà Pedrera fahren. Die Bushaltestelle befand sich natürlich
nicht direkt bei dieser Sehenswürdigkeit. Das Wandern ist der Touristinnen
Lust.... (arme Füsschen). Vor der Casa Milà angekommen, trauten
wir unseren Augen nicht. Eine lange Warteschlange mit dem Hinweis: ab hier
35 Minuten (analog der EXPO 2002 ?). Nein, das wollten wir uns nicht antun.
Wir entschieden uns für die Besichtigung der Kathedrale. Zur Abwechslung
liehen wir uns eine Metro aus. Von der Station aus suchten wir den Weg
zur „La Cathedral“. Wir bewegten uns durch die schmalen Gässchen der
Altstadt. Da wir auf unserem Stadtplan keine Strassennamen hatten, erforderte
dieser Spaziergang einiges an Orientierungstalent. Der Innenhof der Kathedrale
war wunderschön.
Doch bereits nach kurzer Zeit wurden wir
rausgeschmissen (Schliessung der Anlage).
Auf dem Platz vor der Kathedrale war Musik
und - wie auf vielen anderen Plätzen auch - ein riesen
Menschenauflauf. Einige Spanier tanzten sogar den Nationaltanz Sardana.
Wir kämpften uns durch die vielen Leute zur Metro, vorbei am Hardrock-Café,
und stiegen bei der Haltestelle Palau Reial aus. Verfehlen konnten wir
den Weg zum Stadion nicht; wir mussten nur „rot-blau“ nachlaufen. Wir staunten
ob der vielen Cars, die Fans für das Barcelona-Derby herrankarrten.
Zielstrebig (Billette hatten wir ja schon; Vortag sei Dank) steuerten wir
auf die Porta 102 zu und sassen wenig später mit einem Matchprogramm
auf unseren Plätzen in der 3. Reihe der 2. Estrade.
Wir genossen eine herrliche Aussicht auf
das noch fast leere Stadion und schauten zu, wie sich das Stadion allmählich
zu füllen begann. Die Espanyol-Fans (zuoberst, direkt neben einem
der grossen Totomaten) sangen bereits und auch die Barça-Fans waren
bester Stimmung. So richtig los gings erst, als die Spieler zum Aufwärmen
den Rasen betraten. Viele Fans hatten einen eigenen Stuhlbezug dabei, in
rot-blau natürlich. Unter einem riesigen Pfeiffkonzert kam zuerst
das Team von Espanyol auf den Rasen. Beim Ertönen des (vermutlich)
Barça-Liedes liefen nun die Barça-Stars aufs Feld. Das Nou
Camp war unterdessen gut gefüllt, aber doch nicht ganz voll.
Den Match gewann Barça mit 2:0 (Kluivert,
Luis Enrique) und das absolut verdient. Sie waren die aktivere Mannschaft.
Spanischer Fussball ist schon um einiges schneller und technisch eleganter
als unserer...... Ca. 15 Minuten vor Spielende starteten die Barça-Fans
eine Welle, zuerst in der 1. Estrade, solange, bis das ganze Stadion mitmachte....mega
cool! In der 90sten Minute verliess schon ein grosser Teil der Zuschauer
das Nou Camp. Das Stadion glich nun einem riesigen unaufgeräumten
Picknick-Platz: Krümel, Nussschalen, Papier, Matchprogramme, Becher
etc. Einen wehmütigen Blick warfen wir noch einmal ins grosse Rund
und verliessen das grandiose Stadion. In den Gängen war schon fast
niemand mehr zu sehen. Wir waren total erstaunt, wie schnell und ohne Gedränge
sich dieses Stadion geleert hatte (5 Sterne halt schon nicht einfach so.....).
Auch draussen vor dem Stadion war überhaupt kein Chaos, trotz der
vielen Leute. Wieder zurück bei der Statioln Palau Reial, sahen wir
dort einen Bus stehen – aber leider nicht an einer Haltestelle. Ein kurzes
Handzeichen von uns genügte und der Chaffeur öffnete die Türe.
Deshalb hatten wir einen guten Sitzplatz, denn bei der nächsten Haltestelle
stiegen schon viele Fans ein. Im Hotel angekommen, sahen wir im TV3 gerade
noch eine Matchzusammenfassung des eben gesehenen Spiels inkl. die anschliessende
Pressekonferenz (den Pressekonferenzraum kannten wir von unserem Rundgang).
Die holländischen Spieler sprachen ein sehr gutes Spanisch!
Sonntag, 22. September 2002
Zum letzten Mal ein Weckerklingeln (auch
dafür sind die Handys praktisch) in unserem Hotel Wilson und ein letztes
Frühstück.. Wir verschlangen nicht nur unsere Brötchen,
sondern auch noch sämtliche Zeitungen, um uns über den gestrigen
Abend zu informieren. Viel spanisch verstanden wir allerdings nicht, doch
die Zuschauerzahl von 85‘838 Fussballbegeisterten konnten wir gut entziffern.
Nach der Lesestunde, packten wir unsere Koffer und verliessen gegen 10.00
Uhr - noch ein letzter wehmütiger Blick zurück - unser
Zimmer. Die Koffer durften wir im Hotel „parkieren“ und genossen ohne Gepäck
noch unsere letzten Stunden in Barcelona.
Da wir den Bus nun zu unserem absoluten Lieblingsfortbewegungsmittel
erkoren hatten, standen wir halt wieder mal an einer Bushaltestelle. Der
erste Bus brauste an uns vorbei - hmm wieso? Ach ja, man muss dem
Fahrer ein Zeichen geben, dass man mitfahren will. Wir sollten mehr auf
die Einheimischen achten! Wir hatten uns heute nochmals den Besuch der
Casa Milà vorgenommen.
Aber auch heute warteten schon viele Touristen
und sonstige...wieder bis zum Schild 35 Minuten. Wir stellten uns hinten
an und mit guter Musik im Hintergrund und beim Zuschauen von getanzter
Morgengymnastik auf einer Bühne verging die Zeit relativ schnell.
Die Tickets haben wir wieder mit unserer Barcelona-Touristen-Vergünstigungs-Karte
billiger erstanden.
Mit einem Lift gelangten wir in ein Appartement,
welches im Stil der 20er Jahre eingerichtet ist. Wir folgten den Wegweisern
durch das ganze Appartement. Ein Stockwerk höher war der ganze Dachstock
den Werken Gaudis gewidmet. Miniaturausgaben seiner Werke sahen und die
Konstruktionspläne der Bauwerke studierten wir. Die Hauptattraktion
ist aber das Dach selber mit verschiedenen Formen von Türmen (= Kamine).
Das Haus, ein Rundbau, war ideal zum Bewandern und sehr eindrücklich.
Der Lift brachte uns nach unten zu einer Ausstellung über die Innenausstattung des Hauses, gestaltet nach den Entwürfen von Gaudi. Besorgt waren die Aufpasser sehr in dieser Ausstellung, denn Heidi wurde aufgefordert ihren Rucksack vorne am Körper zu tragen, damit sie wohl nichts unbeabsichtigt runterschmiss, oder so. Und schon waren wir per Metro wieder unterwegs, zum Park Güell. Von der Station führten mehrere Rolltreppen für die Touristen zum Hügel hinauf und die Wegweiser fehlten auch nicht. Kein Obolus wurde gefordert für dieses Transportmittel.
Ein Schluck aus unseren Flaschen und frisch
gestärkt marschierten wir durch den Park.
Die Aussicht über die Stadt, den Hafen
und den Montjuic wäre an einem klaren Tag wohl noch schöner gewesen.
Der Dunst versperrte uns den Blick in die Ferne. Gemächlich bummelten
wir durch den Park und verweilten bei Gaudi’s Häuschen.
Dieser Park ist wohl ein beliebtes Ausflugsziel,
sonst wären sicher nicht so viele Mitmenschen darin unterwegs. Da
der Weg zur Metro noch ziemlich weit war, entschlossen wir uns, unserer
Füsse wegen, den Bus zu nehmen. Allerdings hatten wir, wie schon so
oft vorher, keine Ahnung, wohin der Bus fahren würde. Unseren malträtierten
Füssen war das egal, Hauptsache sitzen. Wie immer setzten wir uns
hin ohne das Ticket abzustempeln (wir hatten ja einen 3 Tage-auf-allen-Transportmitteln-gültigen-Pass).
Der Buschauffeur wollte aber partout, dass wir das Ticket abstempeln.
Das taten wir dann und machten damit einen
Spanier glücklich. Beim 2. Halt stiegen wir in die Metro um, Richtung
Ramblas, um auf Souvenirjagd zu gehen. In jedem Laden wurde uns Spezial-Rabatt
angeboten (v.a. von den Asiaten). Ein Laden ohne Kunden betraten wir erst
gar nicht wegen Belästigungen etc. Wir wurden fündig und kauften
ein für unsere Lieben zuhause. Uns blieb noch recht viel Zeit bis
zur Heimfahrt. Deshalb liessen wir uns von der Metro in die Nähe des
Bahnhofs bringen. Diesmal verwütschten wir zu unserem grossen Erstaunen
den richtigen Ausgang auf Anhieb!!! Nach unserem Fotoshooting mit einer
Skulptur von Joan Miró
spazierten wir Richtung Poble Espanyol. Anlässlich
der Weltausstellung 1929 wurde dieses Dorf im traditionellen Architekturstil
erbaut. Im Dorf selber kann man eine Ausstellung über das spanische
Kunsthandwerk bestaunen., vorbei an der Allianzversicherung. Beim Palau
National plätscherten zu unserer Enttäuschung nicht einmal die
Brunnen.
Beim Poble Espanyol wurde Eintritt verlangt, den wir aber nicht bezahlen wollten, also liessen wir das. Auf dem Rasen vor dem grossen Brunnen verweilten wir in der Sonne und lasen die von der Schweiz per SMS übermittelten Fussballergebnisse. Um 18.30 Uhr machten wir uns gemütlich per Metro und Bus auf den Weg zum Hotel. Mit unserem Gepäck stiegen wir zum letzten Mal in einen Bus ein, der uns direkt zum Bahnhof führte. Im Souvernirladen dort investierten wir noch ein paar Euros in Haftmagnete. Andrea fand eines vom Nou Camp und eines von der Sagrada, während Heidi eines vom Montjuic erwarb. Da lernten wir auch, dass Montjuic „Montschui“ ausgesprochen wird. Die restliche Zeit verbrachten wir noch damit, unser Tagebuch auf den neuesten Stand zu bringen.
Ach diese Spanier. Warum können die
nicht anschreiben, auf welchem Gleis unser Zug fahren wird? Erst 20 Minuten
vor Abfahrt war es dann endlich klar: Gleis 8. Treppe runter und 4-er Abteil
mit Mühe gefunden (leider war kein 2-er Abteil für die Rückfahrt
frei.). Mit 4 Personen war das Abteil noch enger – und auch ein Frühstück
gabs nicht. Via Genève (See wegen Müdigkeit nicht gesehen...)
kamen wir dann mit nur 5 Minuten Verspätung in Bern an. Schlottert
und frierend (Kälteschock: von 32° in Spanien ? zu ca. 15°
in Bern!) hechteten wir ins Mövenpick und freute sich unser Magen
auf eine heisse Tasse Kaffe und ein feines Gipfeli. Die anschliessende
individuelle Heimreise verlief problemlos...
F A Z I T: