Category Archives: Football

Weekend im Tessin, 14. / 15. Mai 2011

Ein Weekend im Ticino mit Hinfahrt via Centovalli, mit Besuch auf Steve’s Grab, mit einem feinen Essen mit Freunden im Grotthard (wo wir auch Leo Leoni trafen), mit einem gemütlichen Mittagessen auf der Piazza Grande in Locarno und einem leider verlorenen Match Locarno-Servette…


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SOUTH AFRICA, 13. Juni – 1. Juli 2010

Johannesburg – Durban – Cape Town – Cape Point – Knysna – Port Elizabeth (+ Safari) – Colesberg – Bloemfontein – Kimberley – Johannesburg (+ Sun City)

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LUXEMBOURG, 9. Oktober – 11. Oktober 2009 (WM-Qualifikation Luxembourg-Schweiz)

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MONACO, 30. April – 3. Mai 2009

Mit Irene zu Besuch bei Patrick Müller in Monaco.

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LONDON, 6. / 7. Februar 2008 (Match England – Schweiz)



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WUPPERTAL + DÜSSELDORF (Match Deutschland – Schweiz) + MÖNCHENGLADBACH, 6. – 8. Februar 2007

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DORTMUND, 18.- 20. Juni 2006 (WM Schweiz-Togo)

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PARIS, 25.- 28. März 2005

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PORTUGAL, 16.- 18. Juni 2004

EURO-Abenteuer Fussball EM 2004 – die spinnen, die Beiden :-)

Das Unternehmen Euro begann am Dienstag, 15.Juni 2004 mit der Abfahrt nach Genève. Unsere letzte Nacht auf Schweizer Boden haben wir in Collex-Bossy verbracht.

Mittwoch, 16. Juni 2004
Motto: Morgen in Genève, Mittag in Paris, Abend in Lissabon

Punkt 7.00 Uhr klingelte das Mobile. Frisch gestärkt traten wir nun unsere Reise an. Der Flug easy jet Airbus 319 führte uns via Dijon nach Paris Orly. In unseren Schweizer Piloten Christian Gerber hatten wir vollstes Vertrauen. Um 10.55Uhr landeten wir im sonnigen Paris. Da wir nur mit Handgepäck reisten, hätten wir den Flughafen gleich verlassen können; nur wo? Nach einigem hin und her entschieden wir uns, den Infostand zu kontaktieren. Nach einem knappen Richtungshinweis liefen wir los. Vor dem Ticketschalter für die RER (U-Bahn) fanden wir einen lange Menschenschlange vor, so dass wir unser Glück an einem Automaten versuchten. Mit der freundlichen Unterstützung unseres Nachbars klappte das hervorragend… Um aber aufs RER-Netz zu gelangen mussten wir zuerst den Orly-VAL benützen und in Antony umsteigen. Einen Besuch auf der Champs-Elysées konnten wir uns nicht entgehen lassen. An der Haltestelle Châtelet-Les Halles verliessen wir die RER und testeten, ob unsere Tickets auch metrotauglich waren. Zum Glück waren sie gültig und wir konnten unsere sportliche Betätigung im Untergrund von Paris fortsetzen. Nach fast endlosem Treppensteigen erreichten wir die Linie M1 Richtung La Défense. Nach unserer Fahrt in der vollgestopften Metro (wir hatten die Mittagszeit erwischt…) bis Franklin-D.Roosevelt landeten wir mitten auf der Champs-Elysées.

Mit einem Lunchpaket bepackt näherten wir uns dem Arc de Triomph. Sehr viel Zeit hatten wir leider nicht, aber für einen Fotohalt reichte diese aus.

Um ca. 14.15 Uhr machten wir uns mit Zwischenhalt in einem Souvenirladen wieder auf den Weg. Mit Schrecken stellten wir fest, dass unsere Tickets nun definitiv nicht mehr gültig waren. Der Ticketautomat meinte es auch nicht gut mit uns, er wollte nur Münzen akzeptieren. Es blieb uns nichts anderes übrig, als einen Schalter aufzusuchen. Mit den Tickets in der Hand konnten wir uns nun auf den Weg machen. Wie Profis fanden wir uns zurecht und sassen schon bald in der M1 Richtung Châtelet-Les Halles, wo wir wieder auf die RER B umsteigen mussten: das Timing stimmte perfekt, sie fuhr soeben ein. Unsere Reise Richtung Aéroport Charles de Gaulles führte uns am Stade de France vorbei.

Unsere nächste Knacknuss bestand darin, bei welcher RER-Haltestelle am Flughafen wir aussteigen müssen. Nach eingehendem Studium unserer Flugtickets entschieden wir uns für die erste. Mit einem Bus durften wir eine Sightseeing-Tour auf dem riesigen Gelände des Flughafens machen, bis wir beim Terminal 2D angelangt waren. Die grosse Suche nach dem richtigen Check-in Schalter beendeten wir erfolgreich. Leider konnten uns keine Sitze in diesem von Portugalia in Kooperation mit Air France angebotenem Flug, nebeneinander angeboten werden. Während unserer Wartezeit beschäftigten wir uns mit Karten schreiben. Bei der Gepäckkontrolle war Heidis Rucksack den Kontrolleuren suspekt. Nach zweimaliger Kontrolle merkten sie jedoch, dass es sich beim „dubiosen“ Objekt lediglich um eine Haarspange handelte. Eigentlich wollten wir uns im Aufenthaltsraum noch hinsetzten, aber zwei Deutsche Fussballfans hielten uns davon ab. So deckten wir uns mit Zeitungen ein und warteten auf das Boarding, das kurze Zeit später erfolgte.

Heidis Platz befand sich direkt neben dem Notausgang. Der Platz neben ihr blieb leer, so dass Andrea kurze Zeit später neben ihr Platz nehmen konnte. Der Name unseres Piloten war unverständlich: Xavier ? und Co-Pilot Benjamin ?. Wir flogen mit einem Airbus 321 bei einer Aussentemperatur von –51°C auf ca. 10’000m Höhe. Die Flugzeit würde ca. 2 Stunden dauern und wir würden über Porto fliegen, erzählte uns der Pilot. Nach dem Start haben wir sogar einen Imbiss erhalten: Thonsandwich. Originalton Heidi: „igitt“ – Originalton Andrea: „mmh“. Bald hiess es dann auch schon wieder Gepäck verstauen, Sitze gerade stellen und angegurtet auf die Landung warten. Heidi studierte während dieser Zeit den Sportteil ihrer Zeitung. So kamen wir dann auch ins Gespräch mit einer Flight Attendant, die neben uns sass. Wir diskutierten über unseren Kurztrip, die EM und den Anlass als solches. So merkten wir gar nicht, dass wir schon lange aufgesetzt hatten. Als letzte Passagiere verliessen wir dann das Flugzeug. Draussen traf uns fast der Schlag: über 30°C herrschten in Lissabon. Aber, wir hatten es geschafft, wir waren in Portugal! Bei der Passkontrolle mussten wir anstehen, kamen dann aber ohne Schwierigkeiten durch – auch wenn Andrea keinen Stempel in ihren Pass bekam. Nun kam wieder die grosse Frage: wie würden wir in die City kommen? Wir sahen uns vor dem Flughafen um, konnten aber nichts Brauchbares entdecken. So fragten wir am Infostand nach – ebenfalls erkundigten wir uns nach dem Weg nach Coimbra.Wir bekamen die unwirsche Antwort, draussen würde der Aerobus stehen, der uns ins Zentrum fahren würde. Wieder draussen, fanden wir dann auch die richtige Haltestelle und nahmenden nächsten Aerobus Richtung City.

Im Bus fragten uns zwei Engländer nach Tickets für das Spiel.Wir schafften es sogar, an der richtigen Haltestelle (Saldanha) auszusteigen. Nach einem Blick auf den Stadtplan liefen wir los und fanden das Hotel ibis nach wenigen Minuten. Wir bekamen dort den Schlüssel zum Zimmer Nr. 205. Nach einer kurzen Verschnaufpause (Reisen macht müde) setzten wir unsere Erkundungstour fort. Als erstes liefen wir zum naheliegenden Busbahnhof und erkundigten uns nach dem Fahrplan nach Coimbra. Am Schalter wurde uns mitgeteilt, dass diese alle 1/2h fahren würden und reservieren nicht nötig sei. So gings weiter an den Pl. Saldanha. Von dortnahmen wir die Metro in die City. Wir stiegen einfach mal irgendwo aus – und landeten an irgendeinem Platz.

Von dort war der Hafen bereits zu riechen (nach Fischen).

Wir liefen eine Strasse hinunter, dem Wasser entgegen.

Unten angekommen entdeckten wir ein Schild, dass nach 3 Min ein Mac sein würde. Wir waren sehr durstig und marschierten somit in die angegebene Richtung. Wir entdeckten aber nur ein Schild mit dem grossen, gelben M – mit einem Pfeil in die entgegengesetzte Richtung. Wir gaben uns geschlagen, kauften uns etwas in einer Snack-Bar und setzten uns an den Hafen – mit Sicht auf die „Golden Gate Bridge“, die Ponta 25 de Abril.

Wir studierten nochmals die Karte und spazierten noch etwas dem Wasser entlang, bis wir zu einem weiteren grossen Platz kamen: dem Plaça do Comércio.

Dort gefiel es uns und wir konnten sogar auf der Welt herumtrampeln.

Wir spazierten unter dem Arco Triunfal hindurch

und weiter durch die Fussgängerzone (Rua Augusta). Wir kamen auch beim Elevador de Santa Justa vorbei.

Dort trafen wir auf viele Fans diverser Teams, aber auch auf andere Schweizer, die uns oft ein „Hopp Schwiiz“ zuriefen. Beim Hard Rock Café

schauten wir die letzten 10min. vom Match Portugal-Russland auf Grossleinwand. Auf dem Weg zur nächsten Metrostation

hatte doch tatsächlich noch ein Kiosk offen und wir konnten Postkarten kaufen. In diesem Kiosk wollte uns ein anderer Schweizer noch Tickets für Schweiz-Frankreich verkaufen. Anschliessend gings zurück ins Hotel und ins Bett.

Donnerstag, 17. Juni 2004
Motto: Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt

Um Punkt 7.00Uhr riss uns der Natelwecker aus unseren Träumen. Nach dem Duschen machten wir uns auf zum Morgenessen: ein Buffet erwartete uns. Nachdem wir da richtig zugeschlagen hatten, packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg zum Busbahnhof. Kurz vor diesem Bahnhof bemerkte Heidi, dass sie Ihre ID vergessen hatte (es stand, zum Einlass ins Stadion müsse man sich ausweisen können). So kehrten wir nochmals um (zum Glück war’s nicht weit…). Wieder zurück beim Busbahnhof trafen wir auf viel „rot-weiss“ (mehr Engländer als Schweizer). Wir buchten also eine Busfahrt nach Coimbra und sicherten uns auch gleich die Tickets für die Rückfahrt.

Mit dem Bus fuhren wir auch in Alverca durch, wo eine Brieffreundin von Andrea wohnt. Sonst sah auf diesem Weg alles irgendwie gleich aus. Es war auf jeden Fall eine totale Hitze und alles klebte – trotz Klimaanlage.. In Coimbra angekommen kauften wir uns zuerst 1l Wasser. Wir liefen dann Engländern und Genfern nach, bis wir an einer Post vorbeikamen. Mit unserer Bestellung von 31 Marken hatten sie so ihre liebe Mühe… Sie suchten auf der ganzen Poststelle und gaben uns schliesslich 31×2 Stück, davon eine 10 Cent Fussballmarke, die erst noch selbstklebend war. Als Resultattipp für den Match gaben sie uns einen 2:0 Sieg für die Schweiz an. Mit diesen Glückwünschen machten wir uns wieder auf den Weg, immer unseren Nasen nach. Diese führten uns dann auch in die City von Coimbra.

In den alten Gässchen waren bereits alle Pubs von den Engländern in Beschlag genommen. Mitten in der Innenstadt befand sich ein grosser Platz mit Brunnen.

Dieser Platz wurde heute ganz von „rot-weiss“ beherrscht. Es fand ein reger Schlagabtausch zwischen den Unterstützungsgesängen der beiden Nationalteams statt. Eines hatten die Engländer aber nicht im Griff: in einem ihrer Matchheftchen wurde Hakan Yakin kurzerhand in Johann Vogel umgetauft.

Wir machten uns dann bald einmal auf den Weitermarsch.

Nachdem uns ein Engländer schön in unser Bild gelaufen war, zeigte er sich von seiner hilfsbereiten Seite und knipste uns vor einer Statue gemeinsam ab (leider nicht mit sehr viel Erfolg, das Foto wurde nämlich nichts…).

Überhaupt konnten wir gar nichts gegen die Engländer sagen, sie zeigten sich alle von ihrer anständigen Seite. Die Portugiesen war wohl nicht nur begnadete Seefahrer, sondern auch Brückenbauer mit Stil. Auch hier in Coimbra konnten wir eine Hängebrücke bestaunen.

Gemäss einigen Schweizern sollte der Fussmarsch zum Stadion noch 20min dauern. Mit einer Glace gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Stadion, das sich wohl am anderen Ende der Stadt befand.

Die Unterschriften auf Heidis Schweizer Leibchen wurden genaustens studiert – nein, die spielen wohl definitiv nicht in der Schweizer Nati.

Unser Fussmarsch kam uns wie eine halbe Ewigkeit vor, doch als wir das erste Mal die Polizei auf Pferden sahen, wussten wir, dass es nicht mehr weit sein konnte. Kurz darauf standen wir dann auch vor dem Estádio Cidade de Coimbra.

Dank einem englischen Fan kamen wir wieder zu einem gemeinsamen Foto; diesmal auch friedlich vereint mit einem England-Fan – für sein Fotoalbum.

Das Stadium war durch zwei Kontrollschleusen von der Umgebung abgetrennt. Mit dem Ticket

konnten wir die erste überwinden. Bei der zweiten wurden dann auch unsere Taschen kontrolliert. Da wir noch genug Zeit hatten vor dem Match nutzen wir diese und schlenderten um das Stadion – jedenfalls soweit wir konnten. Als wir das zweite Mal am Medieneingang vorbeikamen, sahen wir ihn schon von Weitem: lange (gut, nicht mehr so wie früher..), blonde Haare, das konnte nur einer sein: Alain Sutter. Über 10 Jahre musste Andrea auf diesen Moment warten, aber nun stand er leibhaftig vor ihr. Nach dem ersten „Schock“ war Andrea dann wieder zum Handeln fähig und so kam sie doch noch zu einem Erinnerungsfoto und einer Unterschrift auf ihrem Nati-Leibchen.

Für Andrea war der Tag gerettet. Mit einem Lächeln und noch etwas zittrig steuerten wir auf einen Stand zu und kauften uns noch das offizielle EM-Programm. Dann nahmen wir auch die letzte Hürde, um ins Stadion zu gelangen. Nach der Überprüfung der Tickets auf ihre Richtigkeit waren wir dann endlich drin. Heidi hätte ohne Probleme auch ohne ID dort auftauchen können, wir mussten uns nirgends ausweisen. Im Stadion suchten wir als erstes eines der vielen WC’s auf – um anschliessend unsere Blase mit Eistee wieder füllen zu können. Mit den 0,5l Bechern in der Hand bahnten wir uns einen Weg durch rot-weiss und hauptsächlich „Schwizerdütsch“ zu unseren Plätzen direkt oberhalb der Corner-Fahne.

Wir konnten zuschauen, wie sich das Stadion langsam füllte – dabei war aber Englisch ganz klar in der Überzahl. Einige der Schweizer Fans waren wirklich kreativ: Plastikkäse auf den Hüten, Kuheuter und alte Fussbälle als Mütze…

Nach den beiden Nationalhymnen

- es ist wirklich eindrücklich, wenn 20’000 Engländer und 11 Spieler (im Gegensatz zu den Schweizern…) „God save the Queen“ singen – wurde pünktlich um 17.00 Uhr der Match angepfiffen.

Zum Spiel gibt es nicht viel zu sagen: Wer keine Tore schiesst, erhält halt welche. Die Schweizer haben wirklich gut gekämpft, doch im Abschluss waren sie nie erfolgreich. Da hat die gelb-rote Karte an die Adresse von Bernt Haas auch nicht wirklich dazu beigetragen. Der Schiedsrichter war wohl auch eher ein Engländer als ein Schweizer. In unseren Schweizer Sektor hatten sich auch zwei England-Fans verirrt. Diese lebten aber gefährlich: der erste wurde mit einer Mini-Wasserpistole abgeschossen und der zweite wurde nach einem Tumult hinter dem Tor kurzerhand aus dem Sektor verbannt.

Gegen Ende des Matches wurden die Schweizer Fans angewiesen, nach dem Schlusspfiff noch 15min auf ihren Plätzen zu verweilen. Dafür konnten wir den Engländern beim Auslaufen zuschauen (welch ein Trost…). Als wir unsere Plätze dann endlich verlassen durften, wollten wir unseren Durst noch stillen, doch ausser Bier war nichts mehr zu bekommen. So verliessen wir das Stadion. Wir sahen die Team-Busse und stellten uns in die Nähe des Schweizer Cars, neben die Mutter von Ludovic Magnin. Einer nach dem andern tauchte auf, wirklich glücklich waren sie logischerweise nicht. Dann tauchte DER Star auf: David Beckham. Selbst Ludo Magnin rannte mit dem Fotoapparat seiner Mutter zu ihm, um ein Foto machen zu können.

Ausser Gary Neville verschwanden aber alle Engländer direkt im Bus. Neville telefonierte noch lange draussen und lief hin und her. Mit der Zeit tauchte Erika Müller neben uns auf und bald darauf auch Patrick – zu mehr als einer Unterschrift auf Andreas Schal reichte es allerdings nicht. Wir liefen dann vor die Busse, vorbei an den Polizisten auf Pferden.

Zuerst fuhr der Bus der Engländer davon: Beckham hat der wartenden Menge gewunken und gegrinst.

Dann fuhr auch der Schweizer Car davon.

Wir nahmen dann auch den Rückweg

zum Busbahnhof unter die Füsse,wieder mit einem Abstecher durch die Altstadt. Die vielen Engländer, die wir antrafen, waren alle friedlich. Unser Bus fuhr um 22.00 Uhr Richtung Lissabon ab.

Eigentlich war das Essen an Bord verboten. So hielt der Buschauffeur kurz nach der Abfahrt am Strassenrand: zwei Passagiere stiegen aus und holten aus dem Gepäckraum ihre Pizzen und Bier. Diese Rückfahrt war insofern mühsam, weil ein Westschweizer in einer Lautstärke über sein Familienleben referierte. Dabei hätten wir doch ganz gerne geschlafen. Um ca. 0.30 Uhr kamen wir in Lissabon an und hatten dann zum Glück nicht weit zum Hotel. Dort wollten wir nur noch eines: schlafen. Doch, wo war Heidis Pyjama? Es war und blieb unauffindbar.

Freitag, 18. Juni 2004
Motto: Über den Wolken

Heute war Punkt 7.30 Uhr aufstehen angesagt. Nach einer Dusche und dem Morgenessen hielten wir an der Rezeption an: was heisst Pyjama auf englisch resp. portugiesisch? Die Rezeptionistin entschuldigte sich und meinte, das könne passieren beim Wechseln der Bettwäsche. Sie wollte die Adresse und Telefonnummer von Heidi. Auf jeden Fall würden sie sich melden bei Miss Heidi. Bevor wir uns ans Packen machten, schrieben wir noch alle unsere Karten. Wir hatten uns in der Anzahl der Postkarten geirrt und zuwenig Marken gekauft, so fragten wir beim Auschecken noch nach Marken. Sie verwiesen uns an die gegenüberliegende Post (war uns gar nicht aufgefallen). Dafür wurde uns mit Leim ausgeholfen, da eine Marke partout nicht kleben wollte. Auf der Post klebte der Postbeamte die Marke gerade selber auf. Mit rund 30 Karten weniger im Gepäck machten wir uns anschliessend auf den Weg zur Busstation beim Pl. Saldanha. Hmm, welche Busse können wir nehmen? Eine ältere Portugiesin war uns behilflich und erklärte es uns in Zeichensprache. Da wir genügend Zeit hatten, sind wir dann mit einem Linienbus Richtung Flughafen gefahren – was eindeutig billiger war als der Aero-Bus. Die Engländer, die unterwegs zugestiegen waren, hatten wohl kein Vertrauen in uns resp. in die Portugiesin, die uns auf dieHaltestelle des Flughafens aufmerksam machte.

Als erstes suchten wir dann den richtigen Check-in Schalter. Dieser war allerdings noch nicht besetzt. So vertrieb Andrea die Zeit mit Schreiben dieses Berichtes, während Heidi auf dem ganzen Flughafengelände etwas zu trinken suchte. Als sie nach einer halben Ewigkeit wieder zurückkam, konnten wir dann auch gleich einchecken: Plätze 15A+15B. Danach setzten wir uns vor dem Flughafen auf eine Grünfläche, tranken unsere Eistees und genossen die letzten portugiesischen Sonnenstrahlen.

Anschliessend besuchten wir einen Souvenir-Shop. Wir sahen uns etwas um und Heidi wollte sich ein kleines Tellerchen kaufen. An der Kasse wurden wir gefragt, woher wir seien. Heidi antwortete, aus dem Berner Oberland, von Interlaken. Die Dame an der Kasse begann plötzlich Schweizerdeutsch zu sprechen und meinte, sie hätte einige Jahre in der Ostschweiz gelebt. Wir entschieden uns dann, mal die Passkontrolle zu passieren. Im Duty-free Shop wollten wir etwas Parfums ausprobieren. Als wir auf den Stand mit den Davidoff-Parfums zusteuerten, wurden wir sogleich von einer Dame angesprochen, die uns eines verkaufen wollte. Heidi redete uns dann raus, dass ihr der Duft wirklich nicht passen würde. Wir fanden dann auch einen Harrods-Laden (ja, wir waren noch immer in Lissabon!) und kauften uns noch einige Souvenirs – um erst recht alle zu Hause verwirren zu können :-) . Nach einem WC-Halt setzten wir uns dann zum Gate, wo wir kurze Zeit später Boarding hatten. Wir konnten einen ruhigen Rückflug nach Paris geniessen mit Käse-Sandwiches. Leider hatten wir in Paris nicht mehr so lange Zeit und so entschieden wir uns, direkt vom Flughafen Charles de Gaulle zum anderen Flughafen Orly zu fahren. Am Ticketschalter wollte uns ein Herr aber nicht gehen lassen und stellte uns die Tickets für die RER erst aus, nachdem wir ihm versprachen, wieder nach Paris zu kommen. Wir stellten fest, dass wir mit dieser RER B direkt nach Orly fahren konnten. Doch leider mussten wir unterwegs doch noch einmal umsteigen. Unterdessen war es grau in Paris und es tropfte auch teilweise. In Antony nahmen wir dann wieder den Orly-VAL und fanden uns im Flughafengebäude in Orly wieder. Eigentlich suchten wir den Check-in Schalter, doch zuerst landeten wir bei den Abflügen. So gings zurück und im zweiten Anlauf konnten wir dann einchecken. Mit einem Sandwich und etwas zu trinken wollten wir uns dann auf unser Gate bewegen. Wir wurden aber von einem Security aufgehalten. Anscheinend hatten sie bei jemandem eine Pistole gefunden. Nach einer kurzen Wartezeit wurden wir dann durchgelassen und legten unser Gepäck auf das Rollband. Dieses Mal war Andreas Gepäck aufgefallen und zwar ihr Nagelscherchen im Necessaire. Das war aber schnell geklärt und so setzten wir uns in die Abflughalle. Zuerst freuten wir uns, weil alle Flüge verspätet waren, ausser dem unsrigen. Doch, unsere Schadenfreude währte nicht lange, denn unser Flug war auch verspätet.

Mit über einer Stunde Verspätung flogen wir dann ab.

Später wurde uns mitgeteilt, dass ein Problem mit dem Air-Conditionning diese Verspätungverursachte. Unser Pilot Serge ? entschuldige sich ebenfalls. Unsere Geographie-Kenntnisse wurden aufs Härteste geprüft auf diesem Flug von Paris nach Genève. Wir hatten wohl beidein der Geographie der Seen einen Fensterplatz… Aber, den Genfersee mit dem Jet d’eau kannten wir dann doch noch – und kurze Zeit später landeten wir um ca. 22.30 Uhr in Genève-Cointrin.

Fazit:

- Alle Piloten sprechen undeutlich
- Portugiesen sind im allgemeinen sehr hilfsbereit
- Engländer können auch friedlich sein
- In Portugal kommt man mit englisch gut durch
- Als Seefahrernation bauen die Portugiesen auch schöne Brücken
- Fussballstadien in Portugal haben genügend Damen – Toiletten
- In drei Tagen sind wir um die ganze Welt gereist:
- London: Harrods
- San Francisco: Golden Gate Bridge
- Rio: Jesus Statue
- Handgepäck wird genaustens studiert. Haarspange und Nagelscherchen lassen grüssen
- Der Zürcher Flughafen ist definitiv klein, im Gegensatz zu anderen.



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MADRID, 4.- 8. Oktober 2003

Samstag, 4. Oktober
Via Genf, Lyon, Toulouse, den Pyrenäen und Saragossa flogen wir über den Wolken von Basel nach Madrid. Unterwegs diskutierten wir, was uns wohl in Madrid alles erwarten würde und ob es uns wohl gelingt, an Karten für den Match von Real gegen Espanyol zu kommen. Unsere Träume wurden durch den ungemütlichen Landeanflug gestoppt. Dafür erwartete uns in Madrid strahlender Sonnenschein. Mit unseren Pullovern waren wir da wirklich zu warm angezogen.
Schon am Flughafen hatten wir das erste Problem zu bewältigen: Wo ist denn nur diese Metrostation???
Nach minutenlanger Suche fanden wir die Station dann endlich.

Unterwegs musste sich Irene mit ihrem zu breiten Koffer auf die Rolltreppen zwängen, währenddem Andrea schadenfroh lächelnd vorausmarschierte.

Als wir dann bei unserer Endstation ausgestiegen sind, machten wir uns auf die Suche nach dem Hotel. Wir stellten fest, dass man bei einem solch billigen Preis ein sehr kleines Zimmer erwarten muss.

Nachdem wir uns umgezogen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Santiago Bernabeu.

Dort angekommen, betraten wir zuerst den Fanshop. Wir trauten unseren Augen kaum, als wir die vielen Fanartikel von Real sahen. Irene quatschte dann auch gleich den Türsteher an, um zu erfahren, wie man die Tickets für den Match erhält. Das Gespräch erwies sich jedoch als nicht sehr hilfsreich und wir betraten das Pokalmuseum.

Hier wurde der Beweis erbracht, dass Real einer der besten Fussballclubs der Welt ist. Pokal folgte auf Pokal.

Im Museum trafen wir auf einen sehr freundlichen Securitas. Irene versuchte erneut ihr Glück, diesmal mit Erfolg. Der Securitas schrieb uns die Adresse des Real-Trainings auf und erklärte uns, wie wir dorthin gelangen. Das Team trainiert in Las Rozas, einem „kleinen“ Vorort, den man in ca. einer halben Stunde Zugfahrt erreicht, Ein kleiner Teilerfolg war uns also geglückt! Wir erfuhren dann, dass der Match bereits ausverkauft war. Die einzige Möglichkeit, noch an Tickets zu gelangen, war der Schwarzmarkt. Bevor wir das Museum verliessen, betraten wir noch das Stadion und fotografierten.

Einigermassen zufrieden gingen wir noch zum Palacio Real, dem Königspalast.

Dort trafen wir gleich auf mehrere Hochzeiten. Danach liefen wir zur Gran Via, der Hauptstrasse, um in einigen der unzähligen Kiosken Ansichtskarten zu kaufen. Andrea wollte unbedingt Karten mit einem Bild des Stadions, was uns einen kilometerlangen Fussmarsch bescherte. Mit schmerzenden Füssen legten wir uns dann schlafen.

Sonntag, 5. Oktober
Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nachtruhe klingelte der Wecker und wir hüpften aus unserem Bett. Da der Match erst am späteren Nachmittag stattfand, verbrachten wir den Tag damit, die Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.
Unterwegs trafen wir auf die Vuelta der Amateure und Anfänger. Hunderte von kleinen und grossen Möchtegern-Rennfahrer fuhren der Gran Via entlang. Unser erstes Ziel war das „Brandenburger Tor“, in Madrid „Puerta de Alcalá“ genannt.

Nach einem Spaziergang durch den Retiro-Park erreichten wir den Neptunbrunnen, einen der unzähligen Springbrunnen von Madrid.

Da wir ja wirkliche Touristen sind, verliefen wir uns. Unser Trost war jedoch, dass wir genau an dem Bahnhof landen, von wo der Zug nach Las Rozas fährt.
Nachdem wir den Weg wieder gefunden hatten (sogar ohne fremde Hilfe!), fotografierten wir noch einen weiteren Springbrunnen, den „Fuente de Cibeles“.

Danach wollten wir noch das Viadukt besichtigen, welches wir aber trotz grösster Anstrengung nicht fanden. Einige Tage später entdeckten wir dann, dass wir das Viadukt gar nicht hätten suchen müssen, da wir die ganze Zeit auf ihm draufstanden… Auch das Besichtigen der Kathedrale mussten wir leider absagen, da wir mitten in eine Messe platzten…
Langsam hatten wir Hunger und wir genehmigten uns ein typisch spanisches Essen im McDonalds.
Mit vollem Magen setzten wir uns in die Metro, welche uns zum Bernabeu brachte. Irene trug schon den ganzen Tag ein Zidane-Shirt. Kaum beim Stadion angekommen, quatschten uns auch schon die ersten Schwarzhändler an. Schlussendlich bezahlten wir 40 Euro für einen Eintritt, der eigentlich 20 Euro kostete. Nun, das Billet hatten wir jetzt.

Deshalb genossen wir die sprichwörtliche „Ruhe vor dem Sturm“, indem wir im naheliegenden Burger King den Daheimgebliebenen mittels Postkarte unsere Eindrücke übermittelten.
Einige Stunden vor dem Match standen wir dann völlig unauffällig inmitten der Real-Fans vor dem Tor, um auf den Spielercar zu warten und einen Blick auf die Spieler zu erhaschen. Plötzlich erschienen Securitas auf Pferden, um uns einen anderen Platz zuzuweisen.

Irgendwie herrschte ein richtiges Durcheinander. Trotz allem verloren wir den Durchblick nicht und schafften es in die erste Reihe hinter der Abschrankung. Als dann der Car erschien, gelang es uns, die Nummer 23 des Teams im Car zu erblicken!

Wir machten uns auf den Weg zur anderen Seite des Stadions, um zu unseren Plätzen zu gelangen. Unterwegs machten wir noch drei Spanier glücklich, indem wir mit ihnen für ein Foto posierten.
Endlich sassen wir im Stadion und warteten ungeduldig auf die Spieler. Wir sassen ziemlich weit oben und konnten die Spieler praktisch nicht erkennen. Aber IHN erkannten wir sofort!

Da es anscheinend schwierig ist, den richtigen Sitzplatz zu finden und wir unzählige Male wieder aufstehen mussten, um Leute durchzulassen, kamen die Spanier in den Genuss von zwei Blondinen, die auf schweizerdeutsch fluchen. Plötzlich näherte sich uns ein Securitas, der uns darauf hinwies, das wir eine Reihe zu weit hinten sitzen!!! Nun gut, in der Schweiz sind die Reihen auch besser angeschrieben…
Der Match endete vor knapp 75000 Zuschauern durch 2 Tore von Ronaldo und einem unglücklichen Gegentor 2:1. Figo konnte es sich sogar noch erlauben, einen Penalty zu verschiessen.
Trotz eisiger Kälte wollten wir es uns nicht entgehen lassen, all diese millionenschweren Stars von nahe zu sehen. Deshalb gingen wir wieder zum Spielerausgang und standen, wie konnte es anders sein, zuvorderst hin. Nachfolgende Fans wurden vom Securitas nach hinten verwiesen, aber wir durften bleiben. Andrea motzte dann einen Securitas auf Schweizerdeutsch zusammen, da er ihr die Sicht verdeckte. Und es hat tatsächlich funktioniert, denn er verliess seinen Platz wortlos. Nach und nach tauchten die Spieler auf, winkten und fuhren an den Fans vorbei. Als die Nummer 23 vorbeifuhr, herrschte eine Riesenhysterie und der Securitas musste das Auto abschirmen. Einige rannten dem Auto dann sogar nach. Wir beide standen goldrichtig und konnten ihn von der Nähe bestaunen. Mit offenen, nassen Haaren fuhr er wenige Centimeter vor uns vorbei. WOW!!!! Zwei ältere Frauen warteten noch sehnsüchtig auf Raul, wie wir aus ihrer Nervosität und den Wortfetzen entnehmen konnten. Übrigens, die Autonummer des oben erwähnten Beaus lautet **** ***. Tja, Pech gehabt! So ohne Weiteres rücken wir die Nummer nicht raus…;-)
Wir beide machten uns auf den Heimweg, total happy, da wir den schönsten aller Fussballer endlich live sehen konnten. Diesen Anblick werden wir bestimmt nicht so schnell vergessen….
Die Metrostation war jedoch geschlossen, weshalb wir auf die andere Seite laufen mussten und so trotzdem noch ins Hotel kamen. Dabei betätigten wir uns noch sportlich, indem wir rannten, um nicht zu frieren.
Im Hotel angekommen schwärmten wir nochmals von der Nummer 23, schrieben die restlichen Karten und klebten die Marken auf.
Was wir in dieser Nacht geträumt haben, dürfte wohl nicht schwer zu erraten sein…!

Montag, 6. Oktober
Diesen Tag nutzten wir, um die Stadt zu besichtigen und zu shoppen. Irene wollte die Gelegenheit nutzen, um neue Turnschuhe zu kaufen. Wir liefen zum Puerta del Sol, um die Geschäfte abzuklappern. Dabei stiessen wir auf einen Real-Shop, an dem wir logischerweise nicht einfach vorbeilaufen konnten. Was es da alles zu kaufen gab! Andrea entschied sich nach langem Hin und Her für ein Real-Shirt und Irene wurde bei einem Bild der Nummer 23 schwach. Danach gingen wir zum Palacio Real, um das Innere zu besichtigen.

Dort war es verboten, mit Blitzlicht zu fotografieren. Doch wir beide stellten uns die Frage, wie man wohl den Blitz unserer Kameras abschalten kann. Nach einigen missglückten Versuchen und bösen Blicken der Securitas klappte es dann aber doch.

Bei unserer Erkundung mussten wir immer wieder Führungen umgehen, die sich im ganzen Palast breitgemacht hatten. Schlussendlich gelangten wir in die Waffenkammer, wo wir die deutschen Rösser der Könige besichtigten. Andrea schimpfte erneut auf Schweizerdeutsch über einen Spanier, der an der Türe einfach hineindrängelte anstatt die Leute zuerst herauszulassen.

Unser nächstes Ziel war das Wachsfigurenkabinett. Als wir dort ankamen, war es noch geschlossen, weshalb wir uns in diesem Viertel etwas umsahen. Dabei entdeckten wir den Plaza de Colón

und die Kolumbusstatue.

Auf der Suche nach Irenes Turnschuhen passierten wir noch die Schweizer Botschaft.
Nun stand unserem Treffen mit der Königsfamilie,

Zizou,

Arantxa Sanchez,

Superman,

Mutter Theresa,

ET

und unzähligen anderen Stars nichts mehr im Wege. Mutig wie wir sind, wagten wir uns danach sogar noch auf den „Tren del terror“. Mit Star Wars-Musik und anderen Hintergrundgeräuschen fuhr unser Waggon durch all die gruseligen und gefährlichen Gestalten.
Danach schlenderten wir erneut durch die Gassen und statteten den Boutiquen im Nobelviertel Madrids einen Besuch ab. Hier konnte man doch unmöglich normale Turnschuhe finden!
Als wir uns auf einem Bänkli ausruhten, kam Irene in den Genuss von Andreas Spanischkenntnissen. Andrea reichte Irene ihre Trinkflasche und als sich Irene mit „Gracias“ bedankte, folgte Andreas „prego“. Wir hielten uns die Bäuche vor Lachen und die vorbeilaufenden Leute schauten uns ziemlich verwirrt an. Es kann übrigens auch ziemlich amüsant sein, auf einem Bänkli zu sitzen und die Passanten zu mustern….
Langsam machten wir uns auf den Weg zurück. Und wir fanden doch tatsächlich ein Geschäft, in dem Irene ihre Turnschuhe kaufen konnte. Wir hatten uns schon gefragt, ob die Spanier keine normalen Strassenturnschuhe kennen…
Wir machten noch in einem Internet-Café Halt, wo wir unsere Mailboxen checkten, uns auf der Real-Seite über das morgige Training kundig machten, diverse Fussballpages begutachteten und zufälligerweise auf einer Homepage der berühmten Nummer 23 landeten. Dabei liessen wir es uns natürlich nicht nehmen, seine Fotos anzuschauen. NO COMMENT!
Als wir wieder draussen waren, erwartete uns ein Verkehrschaos. Wir waren froh, dass wir zu Fuss unterwegs waren. Die Autos standen kreuz und quer mitten auf der Kreuzung. In der Mitte stand seelenruhig ein Polizist und lotste, was das Zeug hielt.
In einem Restaurant genehmigten wir uns ein italienisches Essen inklusive Dessert. Danach fotografierten wir noch den beleuchteten Cibeles-Brunnen.

Dienstag, 7. Oktober
Frühmorgens klingelte der Wecker und riss uns aus unserer Träumen. Trotzdem standen wir gerne auf, denn wir wollten ans Training von Real Madrid. Wir machten uns auf den Weg zum Bahnhof, um mit dem Zug nach Las Rozas zu fahren. Dort angekommen mussten wir uns zum Trainingsgelände durchfragen. Die circa halbstündige Busfahrt führte uns immer weiter aus der Zivilisation hinaus. Wir hatten das Gefühl, dass wir völlig am falschen Ort waren und konnten uns nicht vorstellen, dass diese Weltklassestars in einer solchen Umgebung trainieren. Irene hatte den Chauffeur gebeten, uns zu sagen, wenn wir an unserem Ziel angekommen sind. Hatte er uns wohl vergessen oder war Irenes Spanisch so schlecht? In diesem Moment wies er uns auf unsere Endstation hin und erklärte uns den restlichen Weg zum Gelände. Wir stiegen nervös aus dem Bus, denn es sollte nicht mehr lange dauern und wir standen den Stars gegenüber. Wir fantasierten, was wohl alles passieren wird, mit wem wir uns fotografieren lassen und von wem wir ein Autogramm ergattern. Als wir dann eine Stunde zu früh vor dem Gelände standen, kam ein netter Securitas und erklärte uns, dass Real heute nicht trainiert.
Irene diskutierte dann mit ihm, weil wir es einfach nicht glauben wollten. Doch das Training fand wirklich nicht statt, da am Abend ein Cupmatch auf dem Programm stand. Total enttäuscht setzten wir uns wieder in den Bus. Plötzlich kam uns in den Sinn, dass wir „unsere“ Spieler sowieso nicht gesehen hätten, da die Nationalmannschaften Zusammenzug hatten. Also wären die Nummer 23, Figo, Raul, Zizou, Casillas und Co. gar nicht zum Training erschienen. Unsere Enttäuschung wich so wieder der Freude, als wir uns noch einmal den Sonntag in Erinnerung riefen, wie ER mit nassen, offenen Haaren an uns vorbeigefahren ist. Und immerhin können wir auch behaupten, die wohl besten Fussballer live gesehen und in einem der berühmtesten Stadien der Welt gesessen zu haben. (Jetzt, wo ich diesen Bericht schreibe, ist auch bekannt, dass es wohl bald ein Wiedersehen mit diesen Stars geben wird – anlässlich eines Benefiz-Matches im Basler Joggeli) Das stellte uns dann wieder völlig zufrieden und wir fuhren zurück nach Madrid.
Unser Weg führte uns in den Casa de Campo, den grössten Park Madrids. Dort besuchten wir als Erstes den Zoo.

Die Pandas, die Irene in einem Madrid-Führer gesehen hat, blieben jedoch unauffindbar. Bei den Affen wurde uns einmal mehr bewiesen, dass die Männer eben doch von diesen Kreaturen abstammen…

Nach dem Zoo wollten wir noch dem „Parque de Atracciones“

einen Besuch abstatten, um uns auf der Achterbahn, dem Riesenrad und dem Autoscooter zu vergnügen. Unsere Unternehmungslust wurde jäh gebremst, da wir vor verschlossenen Türen standen. Der Grund war die Sanierung der Bahnen…
Mit den Gedanken, ob wohl ganz Madrid gegen uns ist,  spazierten wir zum Lago, um uns auszuruhen. Plötzlich entdeckten wir in der Ferne das Viadukt, das wir am Sonntag erfolglos gesucht hatten.

Nach einem erfrischenden Getränk marschierten wir weiter. Unser Weg schien endlos, denn die Metrostation war einfach nicht auffindbar. Als wir dann fündig wurden, fuhren wir zur Ciudad Universitaria, dem Unigelände. Dort stand praktisch für jede Studienrichtung ein Gebäude, man konnte es wirklich als Dorf betiteln. Wir trafen auf ein Gebäude, das uns äusserlich sehr gefiel und deshalb verewigt werden musste. Es stellte sich heraus, dass es das Rektorat der Universität war.

Wir liefen weiter zum Arco de la Victoria, dem Triumphbogen. Ihn fotografierten wir mehrmals, am Nachmittag und am Abend, als er beleuchtet wurde.

Als wir durch den Parque del Oeste liefen, trafen wir auf einen Mann, der sich gar nicht als Gentleman erwies, was Irene zu spüren bekam.
Als wir mit der Metro an der Gran Via ankamen, sahen wir die Feuerwehr bei einem riesigen Gebäude stehen. Wir entdeckten dann, dass wohl ein Stromausfall herrschen musste, da die Leuchtreklamen nicht mehr zu erkennen waren.
Irene drängte schon den ganzen Tag, dass sie nicht aus Spanien weggehen wolle, ohne ihre geliebte Tortilla zu geniessen. Andrea gab nach und so setzten wir uns eine Tapas-Bar, wo wir zum ersten Mal ein wirklich spanisches Essen genossen: Tortilla und Sangría.
Auf dem Heimweg teilten zwei Spanier ihre Nüssli mit uns, bis es uns endlich gelang, sie abzuwimmeln. Wir machten dann noch in einem weiteren Restaurant Halt, um den Abend mit einem Pina Colada ausklingen zu lassen.

Bei einem Blick auf die Getränkekarte mussten wir lachend feststellen, dass die Spanier einen ungewöhnlichen Geschmack haben. Da gab es Karotten-Pfirsichcocktail oder Avocado-Bananen-Apfelcocktail. Solche Experimente waren uns dann aber doch zu gewagt, und wir entschieden uns, nach dem Pina Colada noch einen „normalen“ Cocktail zu trinken. Irene flirtete die ganze Zeit mit irgendwelchen Spaniern, welche uns dann auch prompt anquatschten und uns in den Ausgang einluden. Wir lehnten jedoch höflich ab.
Als wir dann nach Hause liefen, musste Irene unbedingt noch vor einem Agassi-Plakat posieren.

Mittwoch, 8. Oktober
Da unser Flugzeug erst am Nachmittag abflog und wir nichts geplant hatten, schliefen wir lange. Wir packten unsere Koffer und fuhren mit der Metro zum Flughafen. Dort angekommen, fotografierten wir die Metro, um unseren Freunden zu Hause zu beweisen, dass in Madrid 7-Stern-Metros verkehren.

Wir machten uns auf den endlos scheinenden Weg zum Check-In-Schalter. Irene musste sich wieder mit ihrem Koffer durchschlagen, und nach minutenlangem Laufen waren wir im Check-In-Bereich. Der Schalter der Swiss war natürlich zuhinderst!!! Auf Schweizerdeutsch fluchend machten wir uns auf den Weg dahin. Da wir zu früh waren, war der Schalter noch geschlossen, aber glücklicherweise erschien bald darauf eine freundliche Dame. Jetzt konnten wir nur noch hoffen, dass die Koffer auch wirklich in Basel landen. Wir verpflegten uns mit einem Sandwich und stöberten noch eine Weile in den Geschäften. An einem Kiosk entdeckten wir eine Schlagzeile über Reals Nummer 23. Aufmerksam lasen wir den Bericht durch, und erfuhren sogar noch, in welchem Hotel er sich niedergelassen hat… Ebenso fanden wir sein Buch und schauten freudig die Bilder an. SCHMACHT! (Wenn irgend jemand von euch dieses Buch in der Schweiz entdeckt, besorgt uns 2 Exemplare!)
Bevor wir ins Flugzeug stiegen, packten wir noch etwas Sonne in die Handtasche, da wir erfahren haben, dass in der Heimat Kälte und teilweise sogar Schnee auf uns wartet.
Unser Flug führte uns über Toulouse, Grenoble, Genf, die Alpen,

das Wankdorf (es ist wirklich noch im Bau), Biel-Benken, Dornach (Andrea war hell begeistert) und das Joggeli zurück nach Basel. Bevor wir landeten, mussten wir noch über Deutschland umkehren.
Am Flughafen angekommen, holten wir unser Gepäck (zum Glück ist’s angekommen…!) und wurden von Andreas Eltern abgeholt.

FAZIT:

  • Über die Strasse gehen ist IMMER gefährlich, egal ob rot oder grün (Überfahrungsgefahr)!
  • Die schönen Männer haben Anstand, alle anderen pfeifen hinterher.
  • Suche nichts, du findest es sowieso irgendwann – aber immer erst später!
  • Traue niemandem in Madrid, nicht mal den Tonbändern, Reiseführern und Verkehrsschildern!
  • Securitas sind unfreundlich – ausser im Real-Museum und beim Trainingsgelände.
  • In der Schweiz herrscht null Verkehrschaos im Vergleich zu Madrid. Nur der Polizist mit der Pfeife mitten auf der Strasse bleibt ruhig.
  • Fluche, schimpfe und motze auf Schweizerdeutsch!
  • Wenn man nicht spanisch spricht, wird man für Engländer gehalten – ausser man trägt ein Zidane-Shirt.
  • Gratismusik gibt’s überall (Strassen- und Metromusikanten).
  • Reals Nr. 23 ist allgegenwärtig (Stadion, Buchhandlung, Kiosk, Metro).
  • Männer jeden Alters schauen einem nach
  • alle Madrilenen verarschen einen!
  • „Die  Polizei, dein Freund und Helfer“ gilt in Madrid nicht.
  • Das Kaffeelöffelchen befindet sich im Zuckerbeutel.
  • Es gibt praktisch keine Souvenirs von Madrid, ausser man ist Real-Fan.
  • Telefonbücher kennt man in Madrid nicht.
  • Jede WC-Spülung und jedes Schloss ist anders.
  • Habe immer WC-Papier dabei, vor allem im Santiago Bernabeu!
  • Wo gibt’s  „normale“ Turnschuhe?
  • Gute Schuhe sind in Madrid von Vorteil.
  • Das Viadukt sieht man erst von Weitem.
  • Es verkehren 7-Stern-Metros.
  • Flyers für Döner Kebap erhält man an jeder Ecke.
  • Briefmarken sind am Kiosk nicht erhältlich.
  • Es ist verboten, am Kiosk Hefte anzuschauen.
  • CD´s sind im Offenverkauf auf der Strasse erhältlich.
  • Wieso sollten sich Spanier an das Schild „No fumar“ an den Metrostationen halten?
  • Spanier haben Regeln, die für andere logisch sind.
  • Metros fahren nicht immer Untergrund.
  • Die Spanier haben noch nie etwas davon gehört, dass man die Leute zuerst aussteigen lässt.
  • Ohne TV kommt man selbst in der Metro nicht aus.
  • Spanier haben komische Arbeitszeiten.
  • Sei frech, aber doch anständig!
  • Frage immer mehrere, bis du die richtige Antwort hast!
  • Lasse das logische Denken in Madrid weg!
  • Mach dich frühzeitig auf den Weg zum Flughafen!


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