I R L A N D
(© by Andrea Kunz + Heidi Stoller)
Härzliche Dang and Heidi Kunz für die redaktionelli + germanistischi Meisterleistig :-)
 

Dienstag, 22. Mai 2001 (Dublin)
Um 9.15h trafen wir (Heidi und Andrea) uns am Flughafen Zürich-Kloten. Unser erstes Problem folgte dann sogleich beim Check-in: da Heidi am Vorabend in Interlaken eingecheckt hatte, hatten wir unsere Plätze im Flugzeug nicht nebeneinander. Nachher machten wir uns auf zu unserem Gate, wo wir uns in der Wartehalle noch mit diversen Zeitungen eindeckten. Mit Verspätung stiegen wir dann endlich um 10.57h un unseren Jumbolino ein, der uns sicher nach Dublin bringen sollte. Unser Problem konnten wir dann auch sehr schnell lösen, denn ein Herr war sofort bereit, den Platz zu tauschen. So sassen wir dann direkt hinter dem Vorhang zur 1. Klasse auf den Plätzen 5e und 5f. Bis wir dann endlich abflogen, erklärten uns der Pilot Carlos Egerling und sein Co-Pilot Rolf von Arx diverse technische Daten (Startgewicht, Kerosinmenge, Fluggeschwindigkeit = 800 km/h, Flughöhe = 10‘000m, etc.) und schlussendlich wurden uns wieder die diversen Sicherheitsvorkehrungen an Bord erklärt. Zu unserem Schrecken hatten wir einen kleinen Jungen an Bord, dem das Fliegen gar keinen Spass bereitete. Was für eine Unterhaltung dieses Geschrei...Ca. 3/4h später hoben wir dann endlich in die Lüfte ab. Wir hatten einen ruhigen Flug und einen coolen Piloten. Zum Mittagessen wurde uns eine undefinierbare Vorspeise (Fleischspiess mit Sauce) und ein Sandwich von den charmanten (Zitat Pilot) Flight Attendants serviert. Auch von oben kann man sein geographisches Wissen testen; wir flogen über England’s Hauptstadt. Wie heisst sie schon wieder??? Soooo goss ist London!!! Beim Landeanflug auf Dublin meldete sich zum letzten Mal unser Pilot: „Meine Damen und Herren, in wenigen Minuten landen wir in Dublin!“ Wir landeten um 13.15h Ortszeit (12.15h Schweizer Zeit). Nach dem Desinfektions-Gang über den MKS-Teppich (Maul- und Klauenseuche) und der Kofferentgegennahme (wow, sie sind sogar angekommen...) mussten wir unser politisches Wissen (EU oder nicht EU?) anwenden, um uns an den richtigen Passschalter zu begeben. Wie wir feststelltenn , sind die irischen Zollbeamten sehr platzsparend: sie pflanzten doch tatsäch-lich den Stempel auf eine bereits gefüllte Seite im Pass. Endlich waren wir offiziell in Irland! Und als erstes testeten wir die Toiletten. Ohne grössere Schwierigkeiten fanden wir dann den Ausgang (...keiner wartete auf uns?) zur Busstation. Doch, einsteigen in diesen Bus konnten wir auch nicht, wie wir wollten, denn vorne war keine Türe. Er führte uns danach in ca. 20 Minuten dirket zur O’Connell Street, der Mainstreet in Dublin.

Dort angekommen kämpften wir uns mit unseren schweren Koffern und mit Hilfe eines Stadtplanes durch die vielen Leute. Unser Hotel fanden wir dann ohne grössere Probleme. An der Récéption bekamen wir den Schlüssel für das Zimmer Nr. 203. Mit dem Lift erreichten wir den 2. Stock (es dauerte zwar ein bisschen, bis der Lift auf unsere Befehle gehorchte - ein Berner?). Nachdem wir uns ein wenig „eingerichtet“ und alle nötigen Sachen aus dem Koffer genommen hatten, gingen wir auf Entdeckungsreise durch Dublin – mit einem auf einem A4-Blatt gedruckten Stadtplan, wo die wichtigsten Sehens-würdigkeiten von der Récéptiondame eingezeichnet wurden. Zuerst führte unser Weg zur „Music Hall of Fame“, die gar nicht weit entfernt war. Dort kämpften wir dann bereits mit unserem nächsten Problem: beim Eingang wollten sie unsere Tickets, die wir von Falcon (unsere Reisegesellschaft) erhalten hatten zuerst nicht akzeptieren. Als es dann schliesslich doch klappte, wurden wir mit Kopfhörern ausgestattet. So erfuhren wir dann sehr viel über die Geschichte der irischen Musik bis zu den heutigen Stars.

Anschliessend ging’s auf Souvenirjagd und Kartenkauf. Unsere Freunde, Verwandten und Bekannten warteten doch sehnsüchtig auf eine Karte von uns. Zum Kartenschreiben und Abend-essen fanden wir uns dann im Mac ein. Gestärkt machten wir uns auf zu einem Spaziergang am Ufer des Liffey in Richtung Hafen, wo wir auch das AVIS-Büro (Autovermietung) fanden.

Da wir unbedingt noch Dublin by night erleben wollten und es dazu noch zu früh war, ging’s retour ins Hotel zum weiteren Kartenschreiben und zum Studieren der Route für den morgigen Tag.

Endlich war es dunkel und uns konnte nichts mehr halten - auf ging’s ins irische Nachtleben.

In einem Pub bei Tempelbar mit alles anderer als irischer Musik genossen wir ein typisch irisches Getränk (sponsored by Heidi): Guinness! Um 0.15h schloss das Pub und wir kehrten ins Hotel zurück. Unser erster eindrücklicher Tag in Irland ging damit zu Ende.

Wetter --> schön, sonnig, warm
 

Mittwoch, 23. Mai 2001 (Dublin - Wicklow 105,6km)
Heute wurden wir um 8.00h von unserem Wecker geweckt. Nach dem Duschen freuten wir uns auf unser erstes Irish Breakfast. Am Buffet war Selbstbedienung. Zur Auswahl gab es Speck, Rührei, Spiegelei, Würstchen oder auch Müesli. An den Tisch wurden dann noch Toast, Konfi-türe, Butter und Tee serviert. Dieses Morgenessen schmeckte wirklich gut. Danach mussten wir bereits wieder packen. Glücklicherweise konnten wir unsere Koffern noch in ein Räumchen stellen. So machten wir uns, „bewaffnet“ mit Karten und Schreibzeug, auf den Weg zum Liffey, wo wir uns in die irische Sonne (ja, auch das gibt es!) setzten und Karten schrieben. Anschlie-ssend suchten wir das AVIS-Büro auf. Unterwegs kauften wir noch unser Mittagessen, das aus 2 Äpfeln bestand, und etwas zu trinken. Vom AVIS bekamen wir dann unser Auto überreicht, resp. die Schlüssel zum dunkelgrünen Toyota Yaris. Heidi versuchte als erstes ihr Glück, auf der (für uns) falschen Seite zu fahren. Die Seite war jedoch nicht das Problem, höchstens der grosse Verkehr und die vielen Einbahnstrassen. So wurde unser „Plan“ (vorher sind wir die Strassen „abgelaufen“) gründlich durcheinander gebracht. Schlussendlich fanden wir dann das Hotel aber doch noch, und es war direkt davor sogar noch ein Parkplatz frei. Nachdem wir die Koffer im Auto verstauten, mussten wir uns einen Weg aus der Stadt heraus suchen. Im grossen Verkehr fuhren wir einfach mal Richtung Süden ohne genau zu wissen, auf welcher Strasse wir uns befanden. Unser Ziel waren jedoch die Wicklow Mountains. Als wir einigermassen heil und ganz aus der Stadt waren, fuhren wir auf einer Regionalstrasse weiter. Mit Schrecken stellten wir fest, dass die Wegweiser nur spärlich vorhanden und plötzlich ganz ausgeblieben waren. So fuhren wir nun ohne jegliche Orientierungsangaben quer durch die Wicklow Mountains. Später folgten wir einem Wegweiser zu den Powerscourt Waterfalls. Typisch, von den Touristen wird für jede Sehenswürdigkeit Geld verlangt! Aber gut investiert, der Park mit dem Wasserfall ist wirklich sehr sehenswert.

Hier nahmen wir auch unser Mittagessen ein und genossen die schöne Umgebung. Doch, die Zeit drängte schon ein bisschen und wir mussten weiter Richtung Glendalough, das sogar sehr gut angeschrieben war. Dort angekommen, sahen wir nur 2-3 Häuser und sonst nichts Sehenswertes. Wo ist der Rundturm mit den historischen Ruinen und Gräbern? Wir sahen nichts und wollten keine unnötige Zeit verlieren und so fuhren wir halt weiter in Richtung Wicklow, wo wir planten zu übernachten. In Wicklow angekommen stellten wir unser Auto in einen Car Park und machten uns zu Fuss auf die Suche nach einer B&B-Unterkunft. Oberhalb eines Pubs haben wir sie auch schnell gefunden. Nach dem OK holten wir unser Auto in die Nähe (vor den Polizeiposten, damit’s auch gut bewacht wurde...) und schleppten unser Gepäck durchs Pub nach oben in unser Zuhause für diese Nacht (£ 22.50 pro Person --> 1£ = ca. 2 CHF). Vor dem Schlafengehen wollten wir natürlich noch etwas für unseren Magen besorgen und auch das Städtchen noch etwas erkunden. So schnell wie wir wollten, konnten wir uns aber nicht auf den Weg machen, da sich die Türe unseres Zimmers einfach nicht abschliessen liess. Nach etlichen Versuchen bekamen wir dann Hilfe vom Zimmernachbar. Im Städtchen fanden wir einen Pizza take-away. Mit dieser Pizza setzen wir uns ans Flussufer. Anschliessend machten wir noch einen Spaziergang zum Hafen, wo wir den Ausblick aufs Meer genossen. Wir glaubten sogar, bereits Wales sehen zu können.

Von weitem sahen wir dann auch Überreste eines Schlosses und so gingen wir  dorthin. Unterwegs gesellte sich noch ein Hund zu uns, der uns die längste Zeit begleitete. Der Küste nach, vorbei an irgendwelchen stinkenden Fischen, gelangten wir dann zu diesen Überresten des Black Castle. Dort hatte uns der Hund dann verlassen und wir gingen alleine auf Entdeckungstour. Danach spazierten wir zurück und gingen schlafen.

Wetter --> sehr schön, sehr warm, sonnig
 

Donnerstag, 24. Mai 2001 (Wicklow - Kilkenny 187,2km)
Heute wurden wir um 7.30h vom Wecker geweckt. Nach dem Duschen durften wir uns wieder auf ein Irish Breakfast freuen. Dann mussten wir schon wieder packen, um unsere Weiterreise antreten zu können. Diesmal übernahm das Steuer das erste Mal Andrea. Unser Weg führte uns durch Wicklow und Küste entlang nach Arklow. Vorbei ging’s am wunderschönen Sandstrand (Brittas Bay), wo wir als Andecken einige Steine und Muscheln mitnahmen.

Weiter fuh-ren wir dann auf der N11 (Nationalstrasse) nach Wexford. Auf dieser Strasse gesellten wir uns schon zu den irischen Fahrern und liessen die Slow Line (langsame Spur) links liegen. In Wexford angekommen, kauften wir uns im schmucken Städtchen unser Mittagessen ein. Am Hafen verzehrten wir unser Mahl. Unsere Apfelreste schenkten wir den Fischen. Wieder fit und munter ging’s weiter nach New Ross. Von dort aus führte uns ein sehr schmales Strässschen nach Dunganstown, wo uns eine sehr interessante Erzählung über J. F. Kennedy und seine Verwandten erwartete. Die Grossmutter unseres  Gastgebers Patrick G. war J.F. Kennedy's Cousine (auf Autogramme verzichteten wir aus Respekt). Zuerst zeigte er uns 2 Videos von J.F.K.‘s Besuch 1963 in Irland bei einem Kaffeekränzchen mit seinen Verwandten bei der Geburtsstätte seines Urgrossvaters (James Kennedy). Draussen setzten wir uns in die Sonne und Patrick erzählte uns die ganze Geschichte des Kennedy-Clans. In einem Gebäude, das damals als Stall diente, konnten wir die Geschichte noch bildlich und schriftlich nachvollziehen.

Von Dunganstown über New Ross fuhren wir weiter nach Kilkenny. Am Stadtrand fanden wir ein B&B für £ 19 pro Person. Natürlich fehlte auch diesmal der Wasserkocher mit Tee und Kaffee nicht. Als Supplement gab es in diesem hübschen Zimmer noch feine Biscuits dazu.

Zu Fuss machten wir uns auf den Weg ins Stadtzentrum. Im Supermac speisten wir zu Abend. Beim Schlendern durch die Gassen fanden wir in einem Hinterhof ein grosses Einkaufsgebäude. Völlig übermüdet vom Einkaufsbummel kehrten wir dann zum B&B zurück.

Wetter --> schön, warm, sonnig.
 

Freitag, 25. Mai 2001 (Kilkenny - Cork 212,8km)
Der heutige Tag begann schon schlecht, als der Wecker von Andrea’s Handy 1 Stunde zu früh losging. Das kam deshalb, weil die Uhr beim Handy nicht vorgestellt wurde. Nach dem guten Irish Breakfast tankten wir zuerst noch unser Auto in Kilkenny auf. Von dort aus fuhren wir nach Cashel. Von weitem konnten wir bereits den Rock of Cashel sehen. Nachdem wir einen Parkplatz gefunden hatten, erklommen wir den Rock of Cashel. Wir gesellten uns unter die vielen Touristen und machten auf eigene Faust eine Tour. Etwas markaber waren die vielen Touristen, die sogar noch Fotos auf dem dortigen Friedhof machten.

 

Die Weiterfahrt führte uns danach in Richtung Cobh. Vor Cork hatten wir einen Stau (und das sogar in Irland!) und das alles nur wegen einem Velorennen. Angekommen in Cobh fanden wir zuerst gar kein Dorfzentrum. Wir parkierten irgendwo am Strassenrand und wollten zu Fuss gehen. Dann sahen wir von weitem plötzlich etwas, das wie ein Dorfzentrum aussah. Also setzten wir uns wieder ins Auto und fuhren dorthin. Bei der Touristen-Information befand sich auch das Museum „The Queenstown Story“, das von der Schifffahrt erzählt, u.a. war Cobh der letzte Ort, wo die Titanic anlegte. In dieser Gegend sank auch die Lusitania (Kriegsschiff?). Während dieser Tour durch das Museum bekam Andrea plötzlich einen Telefonanruf von ihrer Mutter, dass anscheinend ein grösserer Betrag mit der VISA-Karte vom Konto abgehoben wurde. Wegen des Bankgeheimnisses musste Andrea persönlich auf die VISA-Zentrale in Zürich anrufen. Die sagten ihr, dass 2 Beträge abgehoben wurden. Da Andrea jedoch die VISA-Karte nur zum Tanken einmal gebraucht hatte, war das eine ganz eigenartige Sache. Also blieb rein gar nichts anderes übrig, als die Karte sperren zu lassen!?! Nach dem Besuch des Museums spazierten wir noch durch den Dorfkern. Eine grosse Kirche steht erhöht über den vielen verschiedenfarbigen Häusern.

Durch die engen Strassen auf dem Weg nach Cork kamen wir nur mühsam vorwärts. Durch die Enge der Strassen musste Heidi immer kolossal aufpassen. Doch, alle Vorsicht reichte nicht aus und plötzlich machte es „Ratsch“ und der Spiegel auf der Beifahrerseite war weg. Ein ohrenbetäubendes Quietschen war zu hören. Was war passiert? Wie gross war der Schaden? Der Bauschuttkontainer, der sie streifte war noch da, aber unser Spiegel war weg und ein Loch klaffte auf der hinteren Seite. Der Spiegel wurde notdürftig wieder angemacht und mit einer grossen Portion Vorsicht ging‘s nach Cork zum AVIS-Hauptsitz. Wir schlängelten uns langsam durch den Abendverkehr. Bei AVIS füllten wir dann ein Unfallprotokoll aus erklärten das Geschehene. Mit Hilfe des AVIS-Vertreters kamen wir sprachlich noch einigermassen gut über die Runden. Am Hauptsitz stand kein Ersatzauto zu unserer Verfügung. Also setzten wir uns ein letztes Mal in unseren demolierten Yaris und quälten uns durch die Stadt zur anderen AVIS-Vertretung. 20 Minuten später durften wir unser zweites Auto, ein 5-türiger grauer Renault Clio in Empfang nehmen. Nachdem wir alles umgepackt hatten, suchten wir uns in der Gegend eine B&B Unterkunft. Die ersten Fahrversuche gelangen nicht schlecht, nachdem wir etwa während 5 Minuten versuchten, in den Rückwärtsgang zu schalten. Unsere Unterkunft war in einem 3-stöckigen Haus und unser Zimmer befand sich natürlich im 2. Stock; Sport war angesagt! Kosten: £ 20 pro Person.

Wetter --> traurig, zum Teil Regen und Wind, bewölkt
 

Samstag, 26. Mai 2001 (Cork - Kenmare 224km)
Wiederum schellte der Wecker um 7.30 h. Es hatte sich nun so eingebürgert, dass Heidi dann als erste aufstand und ins Bad ging. Nach dem irischen Frühstück fuhr Andrea mit dem neuen Auto in Richtung Kinsale. Hilfe, neues Auto und erst noch in einer Stadt fahren, die man nicht kennt!!!! In Kinsale erwartete uns das Charles Fort, eine sternförmige Festung aus dem 17. Jahrhundert.

Die Aussicht auf das Hafenstädtchen war ebenfalls sehr schön. Später machen wir dort einen kurzen Spaziergang. Der Küste entlang führte uns der Weg zum Drombeg Stone Circle.

Anschliessend auf einem engen Strässchen zum Bacon-Leuchtturm in Baltimore. (Wieso muss Andrea immer diese engen Strässchen erwischen = armes kleines, vom Schicksal gebeuteltes, als Opfer der Gesellschaft behandeltes, bedauernswertes Kind!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!). Über Stock und Stein kraxelten wir dann zu diesem Leuchtturm. Wir genossen eine wunderschöne Aussicht von diesen Klippen aus. Nur war’s auch sehr windig dort oben........

Retour vom Bacon durchquerten wir wieder Baltimore und in Skibereen bogen wir dann Richtung Bantry ab. Trotz Regen kamen wir gut vorwärts und erreichten bald Glengariff. Hier konnte Andrea nun ihre Fertigkeiten im Passfahren unter Beweis stellen. Ganze 304 M.ü.M. (Meter oder Meilen?) ist der Caha Pass hoch. Schon kurz nach Glengariff wies ein Schild auf unseren ersten Tunnel hin. Doch die Strasse schlängelte sich weiter bergwärts und noch immer war kein Tunnel in Sicht. Die Aussicht auf der Passstrasse wäre aber sicher grandios gewesen ohne Nebel. Da, noch einmal wurde auf den Tunnel hingewiesen (ob die Iren solche Angst vor diesen haben oder warum diese „Warnschilder“?). Dann kurz nach der Passhöhe war er endlich da, ein dunkler ca. 50 m langer Tunnel. Der irische Fahrer vor uns (aus dem C. Limerick) reduzierte seine Geschwindigkeit massiv. Für uns Tunnelfahrer ist dieses Verhalten nicht verständlich...

Nach diesem Erlebnis machten wir uns auch schon wieder auf die Suche nach einem B&B. Wir durchfuhren Buane ohne Erfolg. Dann mitten auf der Strecke ein Wegweiser zu einem B&B. Durch ein schmales (schon wieder) Strässchen erreichten wir unsere Unterkunft. Zimmer für £ 16 pro Person. Nach unserer Ankunft wurde uns ein Tee zubereitet mit Biscuits.

Wetter --> bewölkt, windig, zwischendurch Regen und Nebel (auf Pass)
 

Sonntag, 27. Mai 2001 (Kenmare - Tralee 272km)
Wie gewohnt, wurden wir um 7.30h geweckt ...... nicht vom Hahn! Nach einem wirklich göttlichen Morgenessen und einem Gespräch mit den ebenfalls dort logierenden Deutschen machten wir uns auf den Weg Richtung Kilarney  -  Ring of Kerry. Der Weg führte uns noch durch den Nationalpark, wo uns auch erstmals Schafe auf der Strasse begegneten. Mit Stolz durfte Heidi heute sogar noch einen kleinen Tunnel (wohl eher unter einer Brücke durch.......) passieren. Unterwegs hielten wir an mehreren Aussichtspunkten an, um die herrliche Landschaft zu bestaunen z.B. Ladies View.

 

Anschliessend durchquerten  wir das, gemäss unseren Reiseun-terlagen, nicht sehenswerte Städtchen Kilarney, um durch das Gap of Dunloe wieder Richtung Süden zu fahren. Nachdem wir uns zuerst auf den schmalen Nebenstrassen verfahren hatten, fanden wir doch noch den „Eingang“. Dort wurden wir von einer Informationstafel überrascht. Müssen wir diese ernst nehmen oder können wir sie ignorieren wie die übrigen Verkehrszeichen? Auf der Tafel war sogar auf deutsch zu lesen, dass diese enge Passage für Kraftfahrzeuge nicht geeignet ist. Wir entschlossen uns, dies zu respektieren und kehrten enttäuscht wieder um  -  keine Bergschlucht und Wildbäche. Nichtsdestotrotz gaben wir nicht auf und folgten nun halt den Schildern, die uns zum Ring of Kerry leiten sollten und dies sogar taten. Wir machten die Rundreise nun in derselben Richtung wie die vielen (auch deutschen) Touristenbusse, was wir auch zu spüren bekamen (vorne, hinten, links und recht = überall!). Durch den leichten Nieselregen liessen wir uns nicht beirren und genossen die Fahrt durch’s Grüne mit einigen Stopps für Fotos und Filmen. Je länger wir unterwegs waren, desto schlechter wurde die Sicht, und wir suchten vergeblich die Nebelleuchte am Auto. War aber nicht nötig, da die Sicht bald wieder besser wurde. Damit wir unseren nächsten Zielort für diese Nacht (Tralee) erreichen konnten, durften wir den schönen Nationalpark nochmals durchfahren (diesmal mit Schwung eines Einheimischen!). Im Eilzugstempo, über unseren ersten Bahnübergang in Irland, ging’s weiter nach Tralee. Was erblickten unsere Augen am Stadtrand, waseliwas? Einen Mac-Dirve mit Toiletten. Mit neuem Elan hielten wir Ausschau nach einem B&B. Zwar besassen wir keinen Ortsplan, aber ein Ziel: ein Häuschen, welches wir in einem B&B-Katalog gesehen hatten. Nach vielem hin und her, kreuz und quer fahren fanden wir es doch noch. Für £ 15 pro Person und Nacht konnten wir uns hier für die nächsten 2 Nächte einquartieren.

Im Städtchen fanden wir nach langem Suchen einen Pizza take-away (New Yorker). Na ja, die Pizza’s aus Italien sind schon besser... Da ja Sonntag war, konnten wir nicht in den Geschäften herumstöbern, und so spazierten wir halt durch die schönen Parkanlagen von Tralee, bevor wir es uns in unserem B&B heimisch machten.

Wetter --> bewölkt, windig, zum Teil Regen, am Abend Aufhellungen
 

Montag, 28. Mai 2001 (Tralee - Dingle - Tralee 163,2km)
Nach einer kalten Dusche (da der Boiler ausgestiegen war) bekamen wir von unserer Gastgeberin ein Irish Breakfast serviert. Auf dem Tisch hatte es ein zusätzliches Gedeck für einen unerwarteten Gast. Eine unbewiesene Geschichte erzählt von der berühmten Piratenkönigin des 16. Jahrhunderts, Grace O'Malley. Als bei ihrem Besuch die Tore eines Schlosses verriegelt waren, entführte sie den jungen Thronfolger und versprach, ihn nur unter der Bedingung freizulassen, dass am Tisch der Familie immer ein Platz für einen unerwarteten Gast gedeckt werden sollte – ein Brauch, der bis heute wie es scheint gewissenhaft befolgt wird. Bevor wir uns definitiv auf den Weg machen konnten  - ohne unsere schweren Koffer -  hiess es noch tanken. Wir wollten die Dingle-Halbinsel im Uhrzeigersinn abfahren. So gings’s auch erst Richtung Süden nach Castlemaine, wo wir die Rundfahrt begannen. Je länger wir unterwegs waren, desto besser wurde auch das Wetter. Auf der Halbinsel ist das Gälische sehr verbreitet. Die Strassenschilder sind nur noch in dieser Sprache angeschrieben; zum Glück verfügten wir über eine zweisprachige Karte. Unseren ersten Halt machten wir in Inch, wo wir einen Strandstopp einlegten. Schon hier im flachen Gelände hat das Meer eine enorme Kraft, und wir hörten das Aufklatschen der Wellen und die Gischt spritzte an die Klippen. Die Luft schmeckte nach Salz. Auch unsere Kleider waren durch die feuchte Luft ganz klamm.

Nun ging die Reise weiter der Küste entlang nach Anascaul. Hinter diesem Weiler führte die Strasse ins Landesinnere und leider weg von den Klippen. Später in der Dingle Bay sahen wir nicht einmal das heimische Haustier: ein Delfin soll sich dort rumtreiben. Nahe Dingle erreichten wir das Dunbeg Fort stammend aus der Eisenzeit. Ein Wunder, dass es noch steht, so wie der Wind hier an den Klippen bläst.

 

Noch gerade rechtzeitig vor Abfahrt der meisten Reisebusse machten wir uns auf die Weiterfahrt. Das Strässchen wurde immer enger. Wir fragten uns, wie wohl diese Cars hier durchkommen würden – war aber nicht unser Problem. Bald hatten wir den westlichsten Punkt von Irland erreicht. Von hier aus konnten wir auch auf die vorgelagerten „Blasket Islands“ (kleine Inseln) blicken. Unser nächster Halt war das Gallarus Oratory, eine der besterhaltenen frühen irischen Kirchen (vermutlich 8. bis 9. Jahrhundert). Sie ist nur aus Steinen gebaut und ist immer noch wasserdicht.

Neben der Kirche konnten wir uns einen Film über die frühchristlichen Funde anschauen. Nachdem wir uns ge-schichtlich weitergebildet hatten, fuhren wir wieder ins Hafenstädtchen Dingle, das gleichzeitig auch der Ausgangspunkt für den ConnorPass ist. Mit rasanter Fahrt erreichten wir den Aussichtspunkt, wo der Wind uns beinahe weggeweht hatte. Und saukalt war es auch. Die Weiterfahrt war dann weniger rasant, war die Strasse doch wieder mal sehr eng und kurvenreich. Nur beim Kreuzen der Fahrzeuge hatten wir so unsere Probleme, dank sei den vorhandenen Aus-weichstellen. Wir fuhren am Brandon Bay vorbei wieder Richtung Festland. Der Strand von Brandon ist der längste in ganz Irland; schade, dass es hier zu kalt war, um im Meer zu baden. Die Strände sind einfach traumhaft. In Blennerville fuhren wir an einer Windmühle vorbei (wir sind tatsächlich in Irland und nicht in Holland!). Tralee erreichen wir diesmal von einer anderen Seite und so dauert es ein Weilchen, bis wir das Museum fanden. In der Ausstellung „Kerry the Kingdom“ wurde die Geschichte über das County Kerry erzählt. Im wahrsten Sinne des Wortes machten wir eine Rundfahrt (analog Wägeli auf z.B. der Geisterbahn) durch das mittelalterliche Tralee.

Nach dem Museumsbesuch kauften wir unser Abendessen und den Proviant für die nächsten Tage ein. Nachdem wir diesen zum Auto geschleppt hatten, sollte es direkt zum B&B gehen, welches wir nach einer erneuten Irrfahrt (Städte sind schon kompliziert) auch fanden.

Wetter --> nach dem Aufstehen bewölkt, dann immer schöner, bis zum herrlichen Sonnenschein; auf der Halbinsel zum Teil sehr windig
 

Dienstag, 29. Mai 2001 (Tralee - Kilfenora 214,4km)
Judihui, heute gab es wieder eine warme Dusche. Beim Frühstück fehlte auch das Gedeck für einen unerwarteten Gast, doch diesmal war es nicht so schön hergerichtet.

Um 9.30 h ging unsere Reisefahrt wieder los, mit dem eigentlichen Ziel bis Ennis, via Limerick. Damit unsere Route noch ein bisschen „verschönert“ wurde, entschlossen wir uns den Umweg via Shannon Ufer zu nehmen. In Limerick machten wir nur einen kurzen Halt beim King John’s Castle.

Der Rest der Stadt war kaum sehenswert, da Industriestadt. Wir durften wieder einmal auf einer Autobahn fahren; ein tolles Gefühl.

Unser Tagesziel hatten wir bereits kurz nach Mittag erreicht. Schon wieder dem Plan voraus! So spontan wie wir sind, entschlossen wir uns, die Cliffs of Moher aufzusuchen. Welch ein Wunder, der Eintritt war sogar gratis!

 

Als wir sie aber von einem Turm aus überblicken wollten, mussten wir doch tatsächlich £ 1 bezahlen. Glücklicherweise gibt es noch ab und zu Gutscheine.

Wagemutig wie wir sind, trauten wir uns in die Nähe des Abgrundes. Dazu legten wir uns flach auf den Bauch und streckten unseren Kopf über die Klippen, welche xxxm senkrecht nach unten abfallen. Die Aussicht war überwältigend. Gott sei Dank hat uns der Wind nicht weggeblasen, und der Felsen brach auch nicht ab.

Anschliessend fuhren wir Richtung Burren weiter, nach Lisdoonvarna. Von dort folgten wir irgendeinem Strässchen querfeldein. Wir fanden uns im wahrsten Sinne des Wortes im Grünen wieder, jedoch hatten wir keinen Schimmer, wo. Jedoch wussten wir, wohin uns dieser Weg führen würde – nach Kilfenora zu unserem B&B für diese Nacht (£ 16 pro Person). Nach einer ordentlichen Teatime mit feinem Apfelkuchen spazierten wir durch die Ortschaft. Nach drei Schritten wussten wir, wie gross sie war. Ein Weiler bestehend aus: 1 Tankstelle, 2 Pubs, 3 Läden und auch 1 Post (bei uns in der Schweiz wäre diese schon längst geschlossen worden). Bei dieser Hostfamily konnten wir sogar einen jungen Esel bestaunen, ganze 2 Wochen alt war er und braun und weiss gefleckt. Zu unserer abendlichen Unterhaltung hatten wir einen Zürcher verarscht (Klappte auch prima – SMS sei Dank!) bevor es ins Pub ging.

Als wir im Pub um 22.30 h eintrafen, hörte die irische Musicfolksgruppe zwar nicht gerade mit Spielen auf, aber dennoch wurden wir „zwei Exoten“ ziemlich genau gemustert. Mit unserem Guinness (sponsored by Andrea) setzten wir uns an einen Tisch und lauschten der irischen Folksmusic, bis zur Polizeistunde um Mitternacht.

Der Dialekt wurde je nördlicher wir kamen desto unverständlicher.

Wetter --> bedeckt, windig (Cliffs), angenehm warm, an einigen Orten kurz Regen
 

Mittwoch, 30. Mai 2001 (Kilfenora - Recess 195,2km)
Nach einem mehr (Heidi) oder weniger (Andrea) guten Schlaf gab es wieder ein irisches Frühstück. Wir versuchten auch die keksförmigen Dinger, genannt Pudding. Die hellere Version hatte einen Pfeffergeschmack, die dünklere schmeckte sonst komisch. Pudding nicht empfehlenswert – wäh, pfui... Bevor wir das Farmhaus verliessen, verabschiedeten wir uns noch vom 1-jährigen Hund und dem süssen, kleinen Esel. Nun rollten wir Richtung Norden, aber den Dolmen sahen wir nicht und erreichten den Aillwee Cave. Unter guten Führung besichtigten wir diese Höhle. Es war richtig kalt drinnen, aber sehr interessant. Zudem trauten wir unseren Ohren kaum, als wir doch tatsächlich Schweizerdeutsch hörten.

Dass wir den Dolmen nicht gesehen hatten, störte Heidi dermassen, dass wir noch einmal zurück fuhren. Und siehe da, diesmal sahen wir ihn. Ist auch schwierig, so ein Ding zu finden, Stein in Stein.

Zufrieden und glücklich kehrten wir zurück auf unsere Route quer durch die Burren. Von Ballyvaghan fuhren wir der Küste entlang südwärts via Black Head. An dieser Küste sollten sich, laut unserer Gastgeberin, die Define tummeln. Aber auch diese bekamen wir nicht zu Gesicht, doch auch sonst war die Gegend einzigartig. Die vielen Kalksteinaufschichtungen geben Irland wieder ein völlig anderes Aussehen. Nun hiess es aber Abschied nehmen von dieser Mondlandschaft und unsere Reise Richtung Galway fortzusetzen.

In Galway konnten wir auch den Durst unseres Renaults stillen. Die Bezinpreise waren hier wieder tiefer als in den Burren. In der Stadt stellten wir zum ersten Mal unser Auto in einem irischen Parkhaus ab und machten uns zu Fuss auf Entdeckungstour durch Galway. Angefangen beim JFK-Park ging’s weiter in die sehr sympatische Fussgängerzone bis zum Corrib River. Galway präsentierte sich viel schöner und irischer als die Städte Cork und Limerick. Wir hatten hier auch gar keine Probleme – gegenüber andern Orten, einen Bancomat zu finden, um unser Reisegeld wieder aufzustocken.

Kurioses sahen wir auf der Weiterfahrt: kurz nach Galway überholten wir einen Laster, der ein Häuschen transportierte, danach wurden wir von der Polizei verfolgt (wir hatten doch nichts an-gestellt!). Trotz durchgezogener Sicherheitslinie, Tempolimite von 30 MpH und Überholverbot fuhr die Polizei in einem halsbrecherischen Tempo an uns vorbei (wo ist da die Vorbildfunktion?). Ein Auto mit BL-Kontrollschildern kam uns entgegen. Doch das war nicht das einzige Schweizer Fahrzeug, das wir heute sahen. Den „Schock“ des Tages erlebten wir, als uns doch tatsächlich ein Zürcher (ZH-Schild) entgegen kam (musste das sein??). Und dann sind wir gefahren, gefahren, gefahren, gefahren, gefahren....... die Gegend wurde immer dünner besiedelt. Die wenigen Häuser boten kein B&B an. Die Landschaft jedoch wurde immer schöner. Wir genossen die zahlreichen Seen und die Farbenpracht der Landschaft. Da endlich entdeckten wir einen B&B Wegweiser und so landeten wir für diese Nacht in einem gottverlasssenen (dafür mit Papstfoto) Haus, in dem wir für £ 17 pro Person übernachten konnten. Dass der Dialekt im Norden für uns immer unverständlicher würde, bewahrheitete sich hier nicht, keine Verständigungsprobleme mit unserer Gastgeberin. Den dummen Hund, der sich in den eigenen Schwanz beissen wollte, verstanden wir allerdings nicht.

Wetter --> angenehm warm, kaum Wolken
 

Donnerstag, 31. Mai 2001 (Recess - Achill 200km)
Nach einer erholsamen Nacht für uns beide (getrennte Betten) und einem Irish Breakfast without pudding verabschiedeten wir uns von unserer Gastgeberin, versehen mit vielen nützlichen Reisetips. Vom Traktor und dem Renault, die dort standen, bevorzugten wir dann doch unser Renault und fuhren der Küste entlang Richtung Clifden. Die Aussicht auf die Strände und Steine war imposant und die Strassen für einmal nicht so schmal.In Clifden, einem schmuckes Örtchen, waren alle Strassen nur in eine Richtung befahrbar. Weil der Wind derart stark bliess, verbrachten wir wenig Zeit hier und flüchteten zum Auto zurück. Wir beabsichtigten auf der Sky-Road die Landspitze vor Clifden zu umfahren. Nachdem wir mehr als die Hälfte des Weges zurück gelegt hatten, mussten wir doch sage und schreibe umkehren. Die Strasse war weiter vorne wegen Bauarbeiten gesperrt, wie uns eine entgegenkommende Fahrerin mitteilte (natürlich wies nichts auf eine Sperrung hin!). Also machten wir kehrt und wurden dafür mit einem schönen Ausblick auf Clifden entschädigit.

Unser nächstes Ziel war die Kylemore Abbey, ein wunderbares, im Grünen gelegenes Mädchenpensionat. Das Parkieren war sogar für einmal gratis.

Entlang des Connemara Nationalparks führte uns die Strasse nun Richtung Westport. Sogar einen Fjord gab es hier. Am Ende des Fjords bestaunten wir eine Fischtreppe.

Im County Mayo passierten wir einen (irischen) Pass, der für Schweizer Verhältnisse eine Kuppe ist. Jedoch konnten wir die Bekanntschaft mit einer Schafsfamilie machen, welche vor uns in einer Gemütsruhe die Strasse überquerte. In Murrisk machten wir Halt, um den Heiligen St. Patrick zu sehen. Wir „kletterten“ (gemäss Hinweisschildern) zu ihm hoch.

Wir durchquerten Westport und Newport. Eigentlich wollten wir ausserhalb Newport ein B&B suchen, doch plötzlich gab es keine mehr, oder nur noch so Spunten. Wir fuhren und fuhren und fuhren und fuhren und fuhren (glücklicherweise hatten wir in Newport wieder vollgetankt) bis wir schliesslich in Achill doch noch eine Bleibe fanden für £ 19 pro Person.

Wetter --> morgens schön mit Sonne, dann bedeckt und windig, gegen Abend Regen
 

Freitag, 1. Juni 2001 (Achill - Ballyshannon 264km)
Nach einem guten Schlaf war heute morgen aber nichts mit Duschen. Dieser doofen Dusche (Heidi würde jetzt wohl „Teil“ sagen) liess sich einfach kein Wasser entlocken. Beim Morgenessen konnten wir uns mit dem Pudding und den Würstchen nicht so recht anfreunden, der Rest war ok. Danach führte uns der „Atlantic Drive“ in Richtung Keel. Unsere ständigen Begleiter waren die Schafe, die neben und zum Teil sogar auf den Strassen standen. Wir konnten eine wirklich herrliche Aussicht geniessen. Glücklicherweise gab es nicht viel Verkehr, denn die Strasse war doch ziemlich eng – wie üblich. Sogar unsere Bremsen mussten wir testen (gemäss Hinweisschild), ging es doch recht steil bergab (uff, sie funktionierten....). In Keel angekommen, machten wir noch einen kurzen Halt am Strand. Das Wetter liess es aber nicht zu, in die Wellen zu springen  - obwohl das einige Verrückte trotzdem machten. Auf der dann etwas breiteren Strasse folgten wir den Wegweisern nach Sligo. Wir fuhren durch fast endlose Torfmoore und sahen doch tatsächlich auch noch ein AKW und etliche Windmühlen zur Stromgewinnung. In Ballina führte die Strasse durch die ganze Ortschaft, was schrecklich mühsam war. Als wir es dann endlich geschafft hatten, war es nicht mehr weit nach Sligo, Dort angekommen, mussten wir uns zuerst durch den Grossstadtverkehr zu einem Parkplatz durchkämpfen. Beim Spaziergang benoteten wir ein paar Städte, die wir bisher schon gesehen hatten (Skala: 6 = beste Note):
 
 

Limerick
1
Cork
2
Sligo
3
Dublin
5
Galway
6
 

Auf dem Weg nach Donegal suchten wir in unserem Katalog ein B&B. Heidi fand ein billiges und dieses peilten wir an (man würde dort auch noch Deutsch reden...) Wir fuhren irgendwo auf dem Land herum, leider fanden wir aber keines. Schliesslich gaben wir dann auf und fuhren weiter. Ausserhalb von Ballyshannon, nach grossem Verkehrsaufkommen und Stau, fanden wir dann unsere Unterkunft für £ 17 pro Person.

Wetter --> meistens Regen, Wind, Abend nur noch bedeckt
 

Samstag, 2. Juni 2001 (Ballyshannon - Drumcliff 268,8km)
Als bei uns um 7.30 h wie gewohnt der Wecker klingelte, riskierten wir erst einmal einen Blick aus dem Fenster: blauer Himmel. Voller Elan ging es auf ins Bad. Brrrrrrrrrrr nur kaltes Wasser in der Dusche (das nächste Mal fragen wir nach einem Zimmer mit warmem Wasser). Gestärkt mit einem Irish Breakfast machten wir uns auf den Weg, um das County Donegal zu entdecken. Nicht immer führt der Weg mitten durch die Städte, es gibt auch tatsächlich Umfahrungsstrassen. Die sind lernfähig, die Iren. Nun ging’s weiter Richtung Küste. In Carrick verliessen wir die Nationalstrasse und kamen auf engeren Nebenstrassen vorwärts, welche zum Teil auch nicht im besten Zustand waren. In Teelin wurde es dann noch prekärer, kreuzen wurde unmöglich. Wir wollten mal wieder eine Sehenswürdigkeit anschauen (warum sind diese immer nur durch so schmale Wege erreichbar?). Als wir den Car Park erreichten, nachdem wir einige Stopps wegen Schafen abhalten mussten, hatte es nur 4 Autos. Wir hatten uns zu Fuss durch mehrere Hügelchen und Schafe zu kämpfen, ehe wir den ersten Blick aufs Meer werfen konnten – eine sportlich beachtliche Leistung. Die Cliffs fallen zwar nicht so senkrecht ab wie diejenigen von Moher, dafür waren wir hier nicht von einer Menschenmenge umringt. Die Cliffs bringen es auf eine stolze Höhe von ca. 600 Meter.

 

Am frühen Nachmittag verliessen wir die Cliffs wieder. Zurück beim Car Park trauten wir unseren Augen kaum, denn der Parkplatz hatte sich mittlerweile merklich gefüllt. Zu unserer Überraschung mussten wir nirgends etwas bezahlen. Die Bremsen wurden auch heute wieder stark in Anspruch genommen bergabwärts. Beim Kreuzen hatten wir jedoch immer Glück, dass es eine Ausweichstelle gab.

Nun durfte Heidi auch wieder einmal Pass fahren. Die Iren verstehen nicht sonderlich viel vom Passfahren, wenn man an die Pässe in der Schweiz denkt. Wir fuhren nun quer durch das County Donegal nach Letterkenny auf einer Nationalstrasse. Die vielen Lastwagen (kein Samstagsfahrverbot ?) behinderten unsere flüssige Fahrt immer wieder. Unterwegs kamen uns viele Mini Coopers entgegen, die womöglich an einem organisierten Rennen (oder doch eher ein gemütliches Ausfahren?) teilnahmen. Wir beschlossen, noch vor Sligo ein B&B zu suchen, welches wir dann auch in Drumcliffe fanden für £ 17 pro Person. Am Abend machten wir uns auf, um noch ein bisschen dem Tafelberg Benbulben entlang zu spazieren. Wir begegneten aber nur Schafen und Hund.

Wetter --> nach stahlblauem Himmel bewölkt, dann wieder Aufhellungen, warm, Sonne, kurze Regenschauer
 

Sonntag, 3. Juni 2001 (Drumcliff - Mullingar 166,4km)
Glücklicherweise gab es heute morgen mal wieder eine einigermassen warme Dusche. Zum Irish Breakfast gab’s Honig und zum Glück keine Würstchen oder Pudding. Nach dem Bezahlen konnte Heidi uns noch in einem Gästebuch verewigen (das war das erste Mal!). Unsere Gastgeberin empfahl uns, zum Wasserfall zu fahren, welcher nur 5 Meilen entfernt war. Zur Abwechslung war die Strasse schmal und führte einem See entlang, an dessen Ende sich der Glencar Waterfall befand. Da sich nicht viele Leute hierhin verirren, konnten wir ihn ungestört betrachten und mussten erst noch nichts dafür bezahlen.

Danach fuhren wir los in Richtung Forest Park bei Boyle. Kurz vor Boyle stauten sich doch plötzlich die Autos auf einer Seite. Was sahen wir da vorne? 2 Polizisten, die Kontrolle machten. Wir suchten bereits unseren Fahrausweis (resp. den von Andrea, da sie am Steuer sass). Einen Fahrzeugausweis hatten wir nicht bekommen (gibt es das überhaupt in Irland?). Als wir dann an der Reihe waren, winkten die uns doch einfach durch. Schade, wir hätten denen so gerne einen Schweizer Fahrausweis gezeigt.

Kurze Zeit später bogen wir von der N4 in den Forest Parc ab und hier mussten wir wieder bezahlen, ganze 3 £ (so eine Frechheit!!!).

Wir wanderten ein bisschen im Park umher (Mann, sind wir heute wieder sportlich) und marschierten  durch einen finsteren Tunnel, um auf einen Aussichtsturm zu gelangen. Von dort hatten wir einen super Ausblick über die Umgebung. Doch unsere Freude währte nicht lange, denn es kam eine Gruppe von Deutschen und versperrte uns die Aussicht.

In diesem Park stand sogar ein Wunschstuhl, auf welchem auch wir unsere Wünsche deponierten. Mit einer Glace in der Hand setzten wir uns schliesslich noch an den See und genossen die Sonne. Auf die N4 und fuhren Richtung Longford-Mullingar weiter. Kurz vor dem Stadtzentrum fanden wir auch für diese Nacht ein B&B für £ 19 pro Person. Ein Fussmarsch durch Mullingar, ohne nennenswerte Sehenswürdigkeiten, war alles. Zum Glück hatten noch einige Läden offen.
 
Wetter --> sonnig, wenig Wolken, windig, gegen Abend bedeckt
 

Montag, 4. Juni 2001 (Mullingar - Skerries 156,8km)
Mit einer schönen warmen Dusche konnten wir heute unseren letzten ganzen Tag auf der grünen Insel beginnen. Nach einem feinen Morgenessen und dem Eintrag im Gästebuch konnten wir unsere Weiterfahrt antreten. In Kells besichtigten wir nun doch noch einen Rundturm (Glendalough lässt grüssen.....) und dazu noch einige Hochkreuze auf einem Friedhof (in der Schweiz würde es auch niemandem in den Sinn kommen, zum Spass einen Friedhof zu besichtigen!).

Auf der Weiterfahrt musste die heutige Fahrerin Heidi doch wirklich einem Hasen (nein, keinem Schaf) ausweichen. Südlich von Navan erwartete uns der Hügel Tara. Tatsächlich sahen wir niemanden, der nach der Bundeslade (jüdisches Heiligtum, Schrein für die Gesetzestafeln der Israeliten) suchte. Es blies uns fast davon (oh, das Wetter kommt ja erst später....), aber wir konnten eine sehr schöne Aussicht geniessen. Nach diesem Gratis-Abstecher ging’s weiter nach Newgrange. Der Parkplatz war schon sehr besetzt, aber beim 2. Rundgang fanden wir noch einen freien Platz für unseren Renault. Beim Eingang wurden wir sozusagen gerade in Empfang genommen – wie wenn sie auf uns gewartet hätten. Entgegen unserem Vorhaben, schrieben wir uns für den Besuch beider Ganggräber ein (Knowth, Newgrange), da die Newgrange Tour erst später durchgeführt wurde. Zuerst besuchten wir die Ausstellung, wo uns die Menschen und ihre Lebensweisen von damals näher gebracht wurden und das sogar zum Teil mit deutschen Erklärungen. Um 14.15 h fuhr der Bus ab zum Ganggrab Knowth. Auf unseren Tickets stand, wir sollten uns 20 Minuten vorher an der Busstation einfinden. So seriös wie wir sind, taten wir das auch, aber die Ir(r)en nehmen das nicht so genau. Aber dafür fuhr der Buschauffeur den Verkehrsregeln entsprechend korrekt. In Knowth wurden wir von einer Guide empfangen. Leider konnten wir hier nicht ins Ganggrab, da sie es noch weiter erkunden. Sie erklärte uns die ganze Entwicklung, wie es vor über 5000 Jahren gebaut wurde. Überall an den Steinen hatte es  Verzierungen, deren Sinn nicht eindeutig erklärt werden konnte - wer weiss schon, was die Leute vor 5000 Jahren dachten. Wir schauten uns in der Umgebung von Knowth um und entdeckten diverse Überreste des Dorfes, das hier mal gestanden hatte.

Nach einer Stunde kehrten wir ins Visitor Center zurück. Wir tummelten uns ein wenig im Shop, bevor es dann auf die nächste Tour ging um 3.45 p.m. Auch in Newgrange wurden wir von einer Guide in Empfang genommen. Sie erklärte uns, dass die Toten zum Teil verbrannt und anschliessend in die Gräber gebracht wurden. Den Eingang von Newgrange ziert ein Riesenstein mit Spiralen.

Es sind 5 an der Zahl, wobei man annimmt, dass sie die 5 Tage symbolisieren, an welchen die Sonne in der Winterzeit durch das Loch in das Grab scheint. Die kleinste Spirale steht vermutlich symbolisch für den kürzesten Tag. Nach all diesen vielen Erklärungen konnten wir nun endlich hinein. Wir betraten die Höhle durch einen engen und niedrigen Gang. Darin befanden sich 3 Grabkammern. Die erste war reich verziert (evtl. für Könige?), in der Mitte diejenige Kammer, in welche das Licht direkt scheint (evtl. für die Geistlichen gedacht?). Die dritte Kammer war ganz schlicht, wahrscheinlich für die normalen Menschen bestimmt. Auf Geheiss der Guide stellten wir uns nah an die Wand, damit der Gang frei wurde. Sie schaltete das Licht aus und mit Hilfe der Technik wurde der Lichteinfall der 5 oben erwähnten Tage „nachgestellt“. Wie wunderschön muss es sein, wenn die Sonne hier hinein scheint und alles in ihren warmen Strahlen erhellt. Warum das Licht aber in die Kammern scheint ist nicht klar. Vermutlich hat es mit dem Tod und dem Glauben an die Wiedergeburt zu tun.

Der Aufbau der Höhle ist genau gleich wie beim Gallarus Oratory; Stein um Stein überlappend. Auch hier ist seit 5000 Jahren kein Regen durchgedrungen. Nach all diesen Erläuterungen durften wir uns selber noch etwas umsehen. Dann war die Besichtigung der Höhle vorüber und wir machten anderen Besuchern Platz. Wir verbrachten noch etwas Zeit ausserhalb von Newgrange, bevor der Bus zurück fuhr.

Im Visitor Center schauten wir noch die Postkarten an und zurück ging es zu unserem Renault, der so lange auf uns warten musste! Die weitere Fahrt fürhrte uns noch quer durch Drogheda, wo wir doch noch einen Blick auf das alte Stadttor werfen wollten. Der Küste entlang genossen wir die Fahrt nach Skerries, wo wir für £ 22 pro Person ein B&B fanden (je näher bei Dublin desto teurer!). Ein Spaziergang zu den Windmühlen und entlang des Meeres beschloss den letzten ganzen Tag in Irland.

Wetter --> warm, sonnig, selten bewölkt
 

Dienstag, 5. Juni 2001 (Skerries - Dublin Airport 35,2km)
Heute hiess es nun definitiv Abschied nehmen. Unsere Gastgeberin hatte uns freundlicherweise am Vorabend darauf hingewiesen, dass das Heisswasser nur elektrisch funktioniere (ob das in früheren B&B’s auch so war und man uns nicht darauf aufmerksam machte???). So genossen wir heute unsere letzte warme irische Dusche, unser letztes irisches Frühstück mit bacon and eggs. Ein letztes Mal packten wir unsere Koffer und trugen sie ein letztes Mal zu unserem Renault. Zum letzten Mal wurde das Auto von Andrea gesteuert. Mit Hilfe von einer von unserer Gastgeberin gezeichneten Karte machten wir uns auf die Suche nach dem Dubliner Flughafen. Zum letzten Mal auf der linken Seite fahren und einen letzten wehmütigen Blick zurück auf un-sere gemeinsamen 14 Tage werfen...........

Trotz einigen Anlaufschwierigkeiten fanden wir am Airport bald einmal ein Schild, welches uns den Weg zur Leihwagenrückgabe zeigte. Ein letzer dankbarer Blick auf unser Auto, das uns so treu durch all die engen Gässchen, Strässchen, „Trampelpfade“ und Bergstrassen begleitete. Ein letztes Mal luden wir unser Gepäck aus, diesmal für immer!!! Ein letzter prüfender Blick ins Auto...... haben wir alles? Ein letzter Blick auf die Autoschlüssel und dann RENAULT ade.

Schwer beladen mit unseren Koffern machten wir uns auf die Suche nach einem Eingang. Der Flughafen gleicht einem riesigen Bauplatz (werden eigentlich alle Flughäfen zur Zeit umgebaut?).

Wir waren eine ganze Stunde zu früh am Check-in. Ein Schalter war bereits geöffnet und so wurden wir unser Gepäck los. In der duty free Zone verprassten wir unser letztes irisches Geld und dann durften wir warten, warten, warten und warten. Beim für uns bestimmten Gate wurde ein Flug nach Paris abgefertigt (wollten wir dorthin?). Schliesslich mussten wir das Gate noch wechseln. Wie könnte es auch anders sein, unser Flug hatte Verspätung. Um 12.30 h war dann endlich Boarding Time. Von Pilot Egli, Co-Pilot Blatter und seiner Crew wurden wir sicher zurück in die Schweiz geflogen. Ankunft auf Schweizerboden war um 16.08h Ortszeit.
 

G O O D B Y E     I R E L A N D   ! ! ! ! ! ! ! ! !
 
 
 
 

Fazit nach 14 Tagen Irland
 

 

IR(R)LAND schreibt man doch mit 2R :-)

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