Das Unternehmen Euro begann
am Dienstag, 15.Juni 2004 mit der Abfahrt nach Genève. Unsere letzte
Nacht auf Schweizer Boden haben wir in Collex-Bossy verbracht.
Punkt 7.00 Uhr klingelte
das Mobile. Frisch gestärkt traten wir nun unsere Reise an. Der Flug
easy jet Airbus 319 führte uns via Dijon nach Paris Orly. In unseren
Schweizer Piloten Christian Gerber hatten wir vollstes Vertrauen. Um 10.55Uhr
landeten wir im sonnigen Paris. Da wir nur mit Handgepäck reisten,
hätten wir den Flughafen gleich verlassen können; nur wo? Nach
einigem hin und her entschieden wir uns, den Infostand zu kontaktieren.
Nach einem knappen Richtungshinweis liefen wir los. Vor dem Ticketschalter
für die RER (U-Bahn) fanden wir einen lange Menschenschlange vor,
so dass wir unser Glück an einem Automaten versuchten. Mit der freundlichen
Unterstützung unseres Nachbars klappte das hervorragend... Um aber
aufs RER-Netz zu gelangen mussten wir zuerst den Orly-VAL benützen
und in Antony umsteigen. Einen Besuch auf der Champs-Elysées konnten
wir uns nicht entgehen lassen. An der Haltestelle Châtelet-Les Halles
verliessen wir die RER und testeten, ob unsere Tickets auch metrotauglich
waren. Zum Glück waren sie gültig und wir konnten unsere sportliche
Betätigung im Untergrund von Paris fortsetzen. Nach fast endlosem
Treppensteigen erreichten wir die Linie M1 Richtung La Défense.
Nach unserer Fahrt in der vollgestopften Metro (wir hatten die Mittagszeit
erwischt...) bis Franklin-D.Roosevelt landeten wir mitten auf der Champs-Elysées.

Mit einem Lunchpaket bepackt
näherten wir uns dem Arc de Triomph. Sehr viel Zeit hatten wir leider
nicht, aber für einen Fotohalt reichte diese aus.

Um ca. 14.15 Uhr machten
wir uns mit Zwischenhalt in einem Souvenirladen wieder auf den Weg. Mit
Schrecken stellten wir fest, dass unsere Tickets nun definitiv nicht mehr
gültig waren. Der Ticketautomat meinte es auch nicht gut mit uns,
er wollte nur Münzen akzeptieren. Es blieb uns nichts anderes übrig,
als einen Schalter aufzusuchen. Mit den Tickets in der Hand konnten wir
uns nun auf den Weg machen. Wie Profis fanden wir uns zurecht und sassen
schon bald in der M1 Richtung Châtelet-Les Halles, wo wir wieder
auf die RER B umsteigen mussten: das Timing stimmte perfekt, sie fuhr soeben
ein. Unsere Reise Richtung Aéroport Charles de Gaulles führte
uns am Stade de France vorbei.

Unsere nächste Knacknuss
bestand darin, bei welcher RER-Haltestelle am Flughafen wir aussteigen
müssen. Nach eingehendem Studium unserer Flugtickets entschieden wir
uns für die erste. Mit einem Bus durften wir eine Sightseeing-Tour
auf dem riesigen Gelände des Flughafens machen, bis wir beim Terminal
2D angelangt waren. Die grosse Suche nach dem richtigen Check-in Schalter
beendeten wir erfolgreich. Leider konnten uns keine Sitze in diesem von
Portugalia in Kooperation mit Air France angebotenem Flug, nebeneinander
angeboten werden. Während unserer Wartezeit beschäftigten wir
uns mit Karten schreiben. Bei der Gepäckkontrolle war Heidis Rucksack
den Kontrolleuren suspekt. Nach zweimaliger Kontrolle merkten sie jedoch,
dass es sich beim „dubiosen“ Objekt lediglich um eine Haarspange handelte.
Eigentlich wollten wir uns im Aufenthaltsraum noch hinsetzten, aber zwei
Deutsche Fussballfans hielten uns davon ab. So deckten wir uns mit Zeitungen
ein und warteten auf das Boarding, das kurze Zeit später erfolgte.

Heidis Platz befand sich
direkt neben dem Notausgang. Der Platz neben ihr blieb leer, so dass Andrea
kurze Zeit später neben ihr Platz nehmen konnte. Der Name unseres
Piloten war unverständlich: Xavier ? und Co-Pilot Benjamin ?. Wir
flogen mit einem Airbus 321 bei einer Aussentemperatur von –51°C auf
ca. 10'000m Höhe. Die Flugzeit würde ca. 2 Stunden dauern und
wir würden über Porto fliegen, erzählte uns der Pilot. Nach
dem Start haben wir sogar einen Imbiss erhalten: Thonsandwich. Originalton
Heidi: „igitt“ – Originalton Andrea: „mmh“. Bald hiess es dann auch schon
wieder Gepäck verstauen, Sitze gerade stellen und angegurtet auf die
Landung warten. Heidi studierte während dieser Zeit den Sportteil
ihrer Zeitung. So kamen wir dann auch ins Gespräch mit einer Flight
Attendant, die neben uns sass. Wir diskutierten über unseren Kurztrip,
die EM und den Anlass als solches. So merkten wir gar nicht, dass wir schon
lange aufgesetzt hatten. Als letzte Passagiere verliessen wir dann das
Flugzeug. Draussen traf uns fast der Schlag: über 30°C herrschten
in Lissabon. Aber, wir hatten es geschafft, wir waren in Portugal! Bei
der Passkontrolle mussten wir anstehen, kamen dann aber ohne Schwierigkeiten
durch – auch wenn Andrea keinen Stempel in ihren Pass bekam. Nun kam wieder
die grosse Frage: wie würden wir in die City kommen? Wir sahen uns
vor dem Flughafen um, konnten aber nichts Brauchbares entdecken. So fragten
wir am Infostand nach – ebenfalls erkundigten wir uns nach dem Weg nach
Coimbra.Wir bekamen die unwirsche Antwort, draussen würde der Aerobus
stehen, der uns ins Zentrum fahren würde. Wieder draussen, fanden
wir dann auch die richtige Haltestelle und nahmenden nächsten Aerobus
Richtung City.

Im Bus fragten uns zwei
Engländer nach Tickets für das Spiel.Wir schafften es sogar,
an der richtigen Haltestelle (Saldanha) auszusteigen. Nach einem Blick
auf den Stadtplan liefen wir los und fanden das Hotel ibis nach wenigen
Minuten. Wir bekamen dort den Schlüssel zum Zimmer Nr. 205. Nach einer
kurzen Verschnaufpause (Reisen macht müde) setzten wir unsere Erkundungstour
fort. Als erstes liefen wir zum naheliegenden Busbahnhof und erkundigten
uns nach dem Fahrplan nach Coimbra. Am Schalter wurde uns mitgeteilt, dass
diese alle 1/2h fahren würden und reservieren nicht nötig sei.
So gings weiter an den Pl. Saldanha. Von dortnahmen wir die Metro in die
City. Wir stiegen einfach mal irgendwo aus – und landeten an irgendeinem
Platz.

Von dort war der Hafen bereits zu riechen (nach Fischen).

Wir liefen eine Strasse hinunter, dem Wasser entgegen.

Unten angekommen entdeckten wir ein Schild, dass nach 3 Min ein Mac sein würde. Wir waren sehr durstig und marschierten somit in die angegebene Richtung. Wir entdeckten aber nur ein Schild mit dem grossen, gelben M – mit einem Pfeil in die entgegengesetzte Richtung. Wir gaben uns geschlagen, kauften uns etwas in einer Snack-Bar und setzten uns an den Hafen – mit Sicht auf die „Golden Gate Bridge“, die Ponta 25 de Abril.

Wir studierten nochmals die Karte und spazierten noch etwas dem Wasser entlang, bis wir zu einem weiteren grossen Platz kamen: dem Plaça do Comércio.

Dort gefiel es uns und wir konnten sogar auf der Welt herumtrampeln.

Wir spazierten unter dem Arco Triunfal hindurch

und weiter durch die Fussgängerzone (Rua Augusta). Wir kamen auch beim Elevador de Santa Justa vorbei.

Dort trafen wir auf viele Fans diverser Teams, aber auch auf andere Schweizer, die uns oft ein „Hopp Schwiiz“ zuriefen. Beim Hard Rock Café

schauten wir die letzten 10min. vom Match Portugal-Russland auf Grossleinwand. Auf dem Weg zur nächsten Metrostation

hatte doch tatsächlich
noch ein Kiosk offen und wir konnten Postkarten kaufen. In diesem Kiosk
wollte uns ein anderer Schweizer noch Tickets für Schweiz-Frankreich
verkaufen. Anschliessend gings zurück ins Hotel und ins Bett.
Donnerstag, 17. Juni 2004
Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
Um Punkt 7.00Uhr riss uns der Natelwecker aus unseren Träumen. Nach dem Duschen machten wir uns auf zum Morgenessen: ein Buffet erwartete uns. Nachdem wir da richtig zugeschlagen hatten, packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg zum Busbahnhof. Kurz vor diesem Bahnhof bemerkte Heidi, dass sie Ihre ID vergessen hatte (es stand, zum Einlass ins Stadion müsse man sich ausweisen können). So kehrten wir nochmals um (zum Glück war’s nicht weit...). Wieder zurück beim Busbahnhof trafen wir auf viel „rot-weiss“ (mehr Engländer als Schweizer). Wir buchten also eine Busfahrt nach Coimbra und sicherten uns auch gleich die Tickets für die Rückfahrt.

Mit dem Bus fuhren wir
auch in Alverca durch, wo eine Brieffreundin von Andrea wohnt. Sonst sah
auf diesem Weg alles irgendwie gleich aus. Es war auf jeden Fall eine totale
Hitze und alles klebte – trotz Klimaanlage.. In Coimbra angekommen kauften
wir uns zuerst 1l Wasser. Wir liefen dann Engländern und Genfern nach,
bis wir an einer Post vorbeikamen. Mit unserer Bestellung von 31 Marken
hatten sie so ihre liebe Mühe... Sie suchten auf der ganzen Poststelle
und gaben uns schliesslich 31x2 Stück, davon eine 10 Cent Fussballmarke,
die erst noch selbstklebend war. Als Resultattipp für den Match gaben
sie uns einen 2:0 Sieg für die Schweiz an. Mit diesen Glückwünschen
machten wir uns wieder auf den Weg, immer unseren Nasen nach. Diese führten
uns dann auch in die City von Coimbra.

In den alten Gässchen waren bereits alle Pubs von den Engländern in Beschlag genommen. Mitten in der Innenstadt befand sich ein grosser Platz mit Brunnen.

Dieser Platz wurde heute ganz von „rot-weiss“ beherrscht. Es fand ein reger Schlagabtausch zwischen den Unterstützungsgesängen der beiden Nationalteams statt. Eines hatten die Engländer aber nicht im Griff: in einem ihrer Matchheftchen wurde Hakan Yakin kurzerhand in Johann Vogel umgetauft.

Wir machten uns dann bald einmal auf den Weitermarsch.

Nachdem uns ein Engländer schön in unser Bild gelaufen war, zeigte er sich von seiner hilfsbereiten Seite und knipste uns vor einer Statue gemeinsam ab (leider nicht mit sehr viel Erfolg, das Foto wurde nämlich nichts…).

Überhaupt konnten wir gar nichts gegen die Engländer sagen, sie zeigten sich alle von ihrer anständigen Seite. Die Portugiesen war wohl nicht nur begnadete Seefahrer, sondern auch Brückenbauer mit Stil. Auch hier in Coimbra konnten wir eine Hängebrücke bestaunen.

Gemäss einigen Schweizern
sollte der Fussmarsch zum Stadion noch 20min dauern. Mit einer Glace gestärkt
machten wir uns auf den Weg zum Stadion, das sich wohl am anderen Ende
der Stadt befand.


Die Unterschriften auf Heidis Schweizer Leibchen wurden genaustens studiert – nein, die spielen wohl definitiv nicht in der Schweizer Nati.

Unser Fussmarsch kam uns wie eine halbe Ewigkeit vor, doch als wir das erste Mal die Polizei auf Pferden sahen, wussten wir, dass es nicht mehr weit sein konnte. Kurz darauf standen wir dann auch vor dem Estádio Cidade de Coimbra.

Dank einem englischen Fan kamen wir wieder zu einem gemeinsamen Foto; diesmal auch friedlich vereint mit einem England-Fan – für sein Fotoalbum.

Das Stadium war durch zwei Kontrollschleusen von der Umgebung abgetrennt. Mit dem Ticket

konnten wir die erste überwinden. Bei der zweiten wurden dann auch unsere Taschen kontrolliert. Da wir noch genug Zeit hatten vor dem Match nutzen wir diese und schlenderten um das Stadion – jedenfalls soweit wir konnten. Als wir das zweite Mal am Medieneingang vorbeikamen, sahen wir ihn schon von Weitem: lange (gut, nicht mehr so wie früher..), blonde Haare, das konnte nur einer sein: Alain Sutter. Über 10 Jahre musste Andrea auf diesen Moment warten, aber nun stand er leibhaftig vor ihr. Nach dem ersten „Schock“ war Andrea dann wieder zum Handeln fähig und so kam sie doch noch zu einem Erinnerungsfoto und einer Unterschrift auf ihrem Nati-Leibchen.

Für Andrea war der Tag gerettet. Mit einem Lächeln und noch etwas zittrig steuerten wir auf einen Stand zu und kauften uns noch das offizielle EM-Programm. Dann nahmen wir auch die letzte Hürde, um ins Stadion zu gelangen. Nach der Überprüfung der Tickets auf ihre Richtigkeit waren wir dann endlich drin. Heidi hätte ohne Probleme auch ohne ID dort auftauchen können, wir mussten uns nirgends ausweisen. Im Stadion suchten wir als erstes eines der vielen WC’s auf – um anschliessend unsere Blase mit Eistee wieder füllen zu können. Mit den 0,5l Bechern in der Hand bahnten wir uns einen Weg durch rot-weiss und hauptsächlich „Schwizerdütsch“ zu unseren Plätzen direkt oberhalb der Corner-Fahne.

Wir konnten zuschauen, wie sich das Stadion langsam füllte – dabei war aber Englisch ganz klar in der Überzahl. Einige der Schweizer Fans waren wirklich kreativ: Plastikkäse auf den Hüten, Kuheuter und alte Fussbälle als Mütze...

Nach den beiden Nationalhymnen

es ist wirklich eindrücklich, wenn 20'000 Engländer und 11 Spieler (im Gegensatz zu den Schweizern...) „God save the Queen“ singen - wurde pünktlich um 17.00 Uhr der Match angepfiffen.

Zum Spiel gibt es nicht viel zu sagen: Wer keine Tore schiesst, erhält halt welche. Die Schweizer haben wirklich gut gekämpft, doch im Abschluss waren sie nie erfolgreich. Da hat die gelb-rote Karte an die Adresse von Bernt Haas auch nicht wirklich dazu beigetragen. Der Schiedsrichter war wohl auch eher ein Engländer als ein Schweizer. In unseren Schweizer Sektor hatten sich auch zwei England-Fans verirrt. Diese lebten aber gefährlich: der erste wurde mit einer Mini-Wasserpistole abgeschossen und der zweite wurde nach einem Tumult hinter dem Tor kurzerhand aus dem Sektor verbannt.




Gegen Ende des Matches wurden die Schweizer Fans angewiesen, nach dem Schlusspfiff noch 15min auf ihren Plätzen zu verweilen. Dafür konnten wir den Engländern beim Auslaufen zuschauen (welch ein Trost...). Als wir unsere Plätze dann endlich verlassen durften, wollten wir unseren Durst noch stillen, doch ausser Bier war nichts mehr zu bekommen. So verliessen wir das Stadion. Wir sahen die Team-Busse und stellten uns in die Nähe des Schweizer Cars, neben die Mutter von Ludovic Magnin. Einer nach dem andern tauchte auf, wirklich glücklich waren sie logischerweise nicht. Dann tauchte DER Star auf: David Beckham. Selbst Ludo Magnin rannte mit dem Fotoapparat seiner Mutter zu ihm, um ein Foto machen zu können.

Ausser Gary Neville verschwanden aber alle Engländer direkt im Bus. Neville telefonierte noch lange draussen und lief hin und her. Mit der Zeit tauchte Erika Müller neben uns auf und bald darauf auch Patrick – zu mehr als einer Unterschrift auf Andreas Schal reichte es allerdings nicht. Wir liefen dann vor die Busse, vorbei an den Polizisten auf Pferden.

Zuerst fuhr der Bus der Engländer davon: Beckham hat der wartenden Menge gewunken und gegrinst.

Dann fuhr auch der Schweizer Car davon.

Wir nahmen dann auch den Rückweg

zum Busbahnhof unter die Füsse,wieder mit einem Abstecher durch die Altstadt. Die vielen Engländer, die wir antrafen, waren alle friedlich. Unser Bus fuhr um 22.00 Uhr Richtung Lissabon ab.

Eigentlich war das Essen
an Bord verboten. So hielt der Buschauffeur kurz nach der Abfahrt am Strassenrand:
zwei Passagiere stiegen aus und holten aus dem Gepäckraum ihre Pizzen
und Bier. Diese Rückfahrt war insofern mühsam, weil ein Westschweizer
in einer Lautstärke über sein Familienleben referierte. Dabei
hätten wir doch ganz gerne geschlafen. Um ca. 0.30 Uhr kamen wir in
Lissabon an und hatten dann zum Glück nicht weit zum Hotel. Dort wollten
wir nur noch eines: schlafen. Doch, wo war Heidis Pyjama? Es war und blieb
unauffindbar.
Freitag, 18. Juni 2004
Über den Wolken
Heute war Punkt 7.30 Uhr aufstehen angesagt. Nach einer Dusche und dem Morgenessen hielten wir an der Rezeption an: was heisst Pyjama auf englisch resp. portugiesisch? Die Rezeptionistin entschuldigte sich und meinte, das könne passieren beim Wechseln der Bettwäsche. Sie wollte die Adresse und Telefonnummer von Heidi. Auf jeden Fall würden sie sich melden bei Miss Heidi. Bevor wir uns ans Packen machten, schrieben wir noch alle unsere Karten. Wir hatten uns in der Anzahl der Postkarten geirrt und zuwenig Marken gekauft, so fragten wir beim Auschecken noch nach Marken. Sie verwiesen uns an die gegenüberliegende Post (war uns gar nicht aufgefallen). Dafür wurde uns mit Leim ausgeholfen, da eine Marke partout nicht kleben wollte. Auf der Post klebte der Postbeamte die Marke gerade selber auf. Mit rund 30 Karten weniger im Gepäck machten wir uns anschliessend auf den Weg zur Busstation beim Pl. Saldanha. Hmm, welche Busse können wir nehmen? Eine ältere Portugiesin war uns behilflich und erklärte es uns in Zeichensprache. Da wir genügend Zeit hatten, sind wir dann mit einem Linienbus Richtung Flughafen gefahren – was eindeutig billiger war als der Aero-Bus. Die Engländer, die unterwegs zugestiegen waren, hatten wohl kein Vertrauen in uns resp. in die Portugiesin, die uns auf dieHaltestelle des Flughafens aufmerksam machte.

Als erstes suchten wir dann den richtigen Check-in Schalter. Dieser war allerdings noch nicht besetzt. So vertrieb Andrea die Zeit mit Schreiben dieses Berichtes, während Heidi auf dem ganzen Flughafengelände etwas zu trinken suchte. Als sie nach einer halben Ewigkeit wieder zurückkam, konnten wir dann auch gleich einchecken: Plätze 15A+15B. Danach setzten wir uns vor dem Flughafen auf eine Grünfläche, tranken unsere Eistees und genossen die letzten portugiesischen Sonnenstrahlen.


Anschliessend besuchten wir einen Souvenir-Shop. Wir sahen uns etwas um und Heidi wollte sich ein kleines Tellerchen kaufen. An der Kasse wurden wir gefragt, woher wir seien. Heidi antwortete, aus dem Berner Oberland, von Interlaken. Die Dame an der Kasse begann plötzlich Schweizerdeutsch zu sprechen und meinte, sie hätte einige Jahre in der Ostschweiz gelebt. Wir entschieden uns dann, mal die Passkontrolle zu passieren. Im Duty-free Shop wollten wir etwas Parfums ausprobieren. Als wir auf den Stand mit den Davidoff-Parfums zusteuerten, wurden wir sogleich von einer Dame angesprochen, die uns eines verkaufen wollte. Heidi redete uns dann raus, dass ihr der Duft wirklich nicht passen würde. Wir fanden dann auch einen Harrods-Laden (ja, wir waren noch immer in Lissabon!) und kauften uns noch einige Souvenirs – um erst recht alle zu Hause verwirren zu können :-). Nach einem WC-Halt setzten wir uns dann zum Gate, wo wir kurze Zeit später Boarding hatten. Wir konnten einen ruhigen Rückflug nach Paris geniessen mit Käse-Sandwiches. Leider hatten wir in Paris nicht mehr so lange Zeit und so entschieden wir uns, direkt vom Flughafen Charles de Gaulle zum anderen Flughafen Orly zu fahren. Am Ticketschalter wollte uns ein Herr aber nicht gehen lassen und stellte uns die Tickets für die RER erst aus, nachdem wir ihm versprachen, wieder nach Paris zu kommen. Wir stellten fest, dass wir mit dieser RER B direkt nach Orly fahren konnten. Doch leider mussten wir unterwegs doch noch einmal umsteigen. Unterdessen war es grau in Paris und es tropfte auch teilweise. In Antony nahmen wir dann wieder den Orly-VAL und fanden uns im Flughafengebäude in Orly wieder. Eigentlich suchten wir den Check-in Schalter, doch zuerst landeten wir bei den Abflügen. So gings zurück und im zweiten Anlauf konnten wir dann einchecken. Mit einem Sandwich und etwas zu trinken wollten wir uns dann auf unser Gate bewegen. Wir wurden aber von einem Security aufgehalten. Anscheinend hatten sie bei jemandem eine Pistole gefunden. Nach einer kurzen Wartezeit wurden wir dann durchgelassen und legten unser Gepäck auf das Rollband. Dieses Mal war Andreas Gepäck aufgefallen und zwar ihr Nagelscherchen im Necessaire. Das war aber schnell geklärt und so setzten wir uns in die Abflughalle. Zuerst freuten wir uns, weil alle Flüge verspätet waren, ausser dem unsrigen. Doch, unsere Schadenfreude währte nicht lange, denn unser Flug war auch verspätet.

Mit über einer Stunde Verspätung flogen wir dann ab.

Später wurde uns mitgeteilt, dass ein Problem mit dem Air-Conditionning diese Verspätungverursachte. Unser Pilot Serge ? entschuldige sich ebenfalls. Unsere Geographie-Kenntnisse wurden aufs Härteste geprüft auf diesem Flug von Paris nach Genève. Wir hatten wohl beidein der Geographie der Seen einen Fensterplatz... Aber, den Genfersee mit dem Jet d’eau kannten wir dann doch noch – und kurze Zeit später landeten wir um ca. 22.30 Uhr in Genève-Cointrin.